US-Waffen als Chance für Opposition

Mit dem amerikanischen Ja zu Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen könnte sich eine Hoffnung der Menschen in Syrien erfüllen, die auf Hilfe von außen warten. Tatsächlich erscheint die Bewaffnung als Chance für eine glaubwürdige Opposition, allerdings müssten dichte Kontrollen verhindern, dass die Waffen in die Hände der Al-kaida gelangen

Soldaten der "Freien Syrischen Armee"

(c) QUINTO, EPA

Mittagsjournal, 14.6.2013

Die österreichische Journalistin Petra Ramsauer, vor kurzem aus Syrien wieder heimgekommen, im Gespräch mit Hubert Arnim-Ellissen.

Chance für Opposition

Die Menschen in Syrien sind einig, dass militärische Hilfe aus dem Ausland kommen soll. Die Frage, was danach kommt, ob diese "Hilfe" zur Besatzungsmacht werden könnte", ist für diese Menschen im täglichen Überlebenskampf zweitrangig. "Jetzt geht es darum. Dass sie geschützt werden, und deshalb ist es wichtig, dass Waffen kommen."

Die entscheidende Frage wird aber sein, ob die unterschiedlichen Oppositionsgruppe zu einer gemeinsamen Linie finden, wenn sie militärisch gestärkt sind. Der größte Bruch verläuft zwischen der Opposition innerhalb Syriens und jener im Exil. Waffenlieferungen an bestimmte Kräfte in der Freien Syrischen Armee könnten die Chance bieten, dass sich eine moderne, glaubwürdige Oppositionskraft stärkt. Denn eine Opposition brauche die Waffen, um in der Bevölkerung an Rückhalt zu gewinnen.

Kontrolle besonders wichtig

Bei all dem gibt es aber auch sehr nachdenkliche Stimmen, auch innerhalb der Freien Syrischen Armee (FSA), dass es schon zu spät sei für die Bewaffnung. Die Moral innerhalb der hundert verschiedenen Gruppen umfassenden FSA ist schon gesunken, zusätzlich wurden in letzter Zeit die islamistischen Rebellengruppen außerhalb der FSA gestärkt. Daher ist es besonders wichtig, dass die Waffen nicht in die falschen Hände geraten, etwa an jene Gruppierung, die im syrischen Bürgerkrieg für die Al-Kaida kämpft. Es bleibt zu hoffen, dass eine besonders dichte Kontrolle stattfinden wird.

Munition und Abwehrwaffen

Die Rebellen brauchen in erster Linie Munition. Dazu kommen, nachdem sich die internationale Gemeinschaft nicht auf eine Flugverbotszone einigen konnte, Flugabwehrraketen, Anti-Raketenwaffen, großkalibrige Maschinengewehre, um etwa Kampfhelikopter zu beschießen. Die Aufständischen betonen, man sei ausschließlich an Defensivwaffen interessiert.

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