Nahost: Gewalt eskaliert

Im Nahen Osten gibt es noch kein Ende der Eskalationsstufen zwischen Israel und der Hamas. Bis jetzt sind 75 Menschen durch israelische Angriffe auf den Gazastreifen gestorben - Vergeltung für Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen nennt das Israel - und auch heute früh gab es in Tel Aviv wieder Raketenalarm. Worüber seit Tagen spekuliert wird, spricht Israels Präsident Shimon Peres jetzt offen aus: er droht mit dem Einmarsch von Bodentruppen

Mittagsjournal, 10.7.2014

Zerstörte Häuser, Luftschutzsirenen

Ein rosa Sofa liegt in den Trümmern dessen, was vor kurzem noch ein dreistöckiges Haus war, zwei Buben suchen in Schutt nach dem was von ihrer Wohnung übrig geblieben ist. Die Feuerwehr versucht die Brände in benachbarten Gebäuden unter Kontrolle zu bringen. Allein heute Nacht sind bei israelischen Luftangriffen acht Menschen umgekommen als Flugzeuge Ziele in dicht besiedelten Gebieten angegriffen haben, fünf davon waren Kinder.

In Tel Aviv heulen in der Früh wieder die Luftschutzsirenen. 180 Raketen wurden seit Montag aus dem Gaza-Streifen abgefeuert. Der Beschuss werde erst aufhören wenn Israel ihre Forderungen erfülle, so die Hamas in einer Stellungnahme. Ende der Blockade von Gaza, Ende der Militäroperationen in den Palästinensergebieten, Freilassung der Gefangenen. Doch Israel hat wenig Druck darauf einzugehen. Laut der Zeitung Haaretz konnte der Großteil der Raketen vom Raketenabwehrsystem Iron Dome abgefangen werden, die Erfolgsquote liegt laut dem Bericht bei 90 Prozent - deutlich höher als bei der letzten Krise im November 2012.

Israel vor Bodentruppeneinsatz

Am Rand des Gazastreifens machen sich die israelischen Streitkräfte trotzdem dazu bereit den Raketenabschüssen ein Ende zu setzen, Panzer werden in Stellung gebracht. Wenn die Hamas nicht einlenke werde es einen Angriff von Bodentruppen geben macht der israelische Präsident Shimon Peres klar. Er werde nicht sagen wann und wo, aber das sei die einzige logische Folge:

Peres hofft trotzdem weiter auf Verhandlungen. Anders als der israelische Premier Netanyahu betrachte er Palästinenserpräsident Mahmud Abbas weiter als Ansprechpartner für einen Dialog. Die israelische Polizei hat inzwischen drei der sechs Verdächtigen freigelassen, die verdächtig waren, vor einer Woche einen Palästinensischen Jugendlichen bei lebendigem Leib verbrannt zu haben. Die Männer seien Teil der Gruppe gewesen die die Tat verübt hat, heißt es, wären aber nicht direkt an der Tat beteiligt gewesen. Der Entführung und Ermordung von drei israelischen Jugendlichen und der Rachemord des jungen Palästinensers waren der Ausgangspunkt für die neue Eskalation der Gewalt.

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