25 Jahre Kinderrechte - keine Feierlaune

Heute vor 25 Jahren hat die UNO-Generalversammlung die UN-Kinderrechts-Konvention beschlossen. Seit drei Jahren stehen die Kinderrechte zum Teil auch in der österreichischen Verfassung. Mit der Umsetzung sind Experten aber nicht zufrieden.

Puppe in einem Bett

APA/dpa

Morgenjournal, 20.11.2014

Dass die vermeintlich g´sunde Watschen noch viele Anhänger hat, ist in den vergangenen Tagen schon breit diskutiert worden. Laut einer Unicef-Untersuchung sind die Kinder in Österreich aber auch unzufrieden mit den Bereichen Bildung und Kinder-Gesundheit. Insgesamt lag Österreich nur auf Platz 18 unter 29 Staaten.

Österreich war einmal ein Vorreiter bei den Kinderrechten, sagt die Salzburger Kinderanwältin Andrea Holz-Dahrenstädt. Aber im Bereich Bildung hat es im Vorjahr nur für Platz 23 unter 29 westlichen Staaten gereicht - bei der Unicef-Untersuchung über Zufriedenheit von Kindern. Es hapert also bei den Kinderrechten auf Freizeit und Bildung sagt Holz-Dahrenstädt und kritisiert Schulsystem und Schulbauten: Kinder sollten nicht in kasernenähnlichen Bauten unterrichtet werden, alle Kindersollten bestmöglich gefördert werden. Wenn sie um 16.00 nach Hause kommen, sollten sie Freizeit haben und keine Aufgaben mehr machen müssen.

Mehr Freizeit bedeute auch mehr Gesundheit. In diesem Themenbereich lag Österreich nur auf Platz 26 von 29 Staaten. Aber auch das Recht mit zu entscheiden sollte ausgeweitet werden, fordert das Netzwerk Kinderrechte - etwa durch Landtags- und Parlamentssitzungen mit Kindern einmal im Jahr oder in der Schule, wenn es um Unterrichtsinhalte geht. Die steirische Kinderanwältin Brigitte Pörsch sagt: Kinder seien Experten in eigener Sache, auch die Gestaltung von Kinderspielplätzen sei ein Thema.

Da gibt es zum Teil schon Kinder-Beteiligungsmodelle aber der Wiener Kinderanwalt Ercan Nik Nafs kritisiert, dass die Kinder auch laut sein dürfen, akzeptieren Teile der Bevölkerung immer noch nicht. Wobei Migrantenkinder öfters dem Zorn von Erwachsenen ausgesetzt seien, sagen die Kinderanwälte. Und Volksanwalt Günther Kräuter sieht das Recht auf Gleichbehandlung in Frage gestellt - besonders bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Flüchtlingslagern. Sie hätten wenig Möglichkeiten in die Schule zu gehen.

Die Experten sehen aber auch Fortschritte - etwa, weil Kinder bei Scheidungen neuerdings durch einen Kinderbeistand unterstützt werden können. Und weil seit drei Jahren zumindest ein Teil der Kinderrechte in der Verfassung steht.