Ilija Trojanow im Gespräch

"Wir leben in Zeiten, in denen ein Großteil der Bevölkerung nicht erkennt, dass Freiheit ein fluider Prozess ist." Für seinen neuen Roman "Macht und Widerstand" durchforstete Ilija Trojanow Archive und befragte Zeitzeugen. Ein Gespräch über die Last des Vertrauens und über das Erzählen vom Widerstand.

Ilija Trojanow

"Die große Frage ist, wie stellt man literarisch die Perfidie des Systems dar?" Ilija Trojanow

THOMAS DORN

Kulturjournal, 21.8.2015

Ilija Trojanows neuer Roman ist ein großangelegtes Gesellschaftspanorama Bulgariens nach dem Zusammenbruch des Sozialismus. Viele Jahre lang hat Trojanow für dieses Projekt recherchiert, Zeitzeugen befragt, Archive durchforstet und auch die Schauplätze der Verbrechen besucht - etwa das Arbeitslager Belene, wo zwischen 1949 und 1989 Tausende Regimekritiker ermordet worden sind.

In Bulgarien wurde der vielfach ausgezeichnete "Weltensammler"-Autor vor 50 Jahren geboren. Er war sechs Jahre alt, als seine Eltern 1971 mit ihm flohen. Er wuchs in Kenia auf, studierte in München, lebte in Indien, in Kalifornien und Kapstadt. Heute lebt Ilija Trojanow in Wien.

Service

Ilija Trojanow, "Macht und Widerstand", S. Fischer