Maria Theresia im Familienkreis

APA/ÖSTERREICHISCHE NATIONALBIBLIOTHEK

Die Mutter der Reform

Wir schreiben das Jahr 1740 in Wien. Eine junge Frau steht seit Kurzem an der Spitze einer der bedeutendsten Großmächte Europas. Sofort geht sie an die Sanierung jener österreichischen Erbländer, die der Habsburger Kaiser Karl VI. seiner Tochter in desolatem Zustand hinterlassen hat. Eigentlich will Maria Theresia ihr Reich vor allem einer ordentlichen Verwaltungsreform unterziehen. Genau dafür engagiert sie im Laufe der Jahrzehnte eine Menge Fachleute, Aufklärer aus aller Herren Länder, und hebt sie in einflussreiche Positionen. Den fähigsten österreichischen Politiker seiner Zeit, Wenzel Anton Graf Kaunitz, macht Maria Theresia zu ihrem Kanzler. Er krempelt den Staat im Sinn eines "aufgeklärten Absolutismus" um.

Damit war man in Wien im europäischen Vergleich früh dran, ist aber nach Maria Theresias und dem Tod der Reformkaiser Joseph II. und Leopold II. auch umso schneller wieder aus dem Projekt Aufklärung ausgestiegen - so urteilen zumindest viele Historiker/innen. Waren alle Neuerungen also nur ein Betriebsunfall der im Grunde reaktionären und bigotten Kaiserin?

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