MAGDALENA KREINECKER

ANNA SOPHIA RUSSMANN

Magdalena Kreinecker, Grafik und Druckgrafik

Magdalena Kreinecker, 1993 in Oberösterreich geboren, studierte Grafik und Druckgrafik an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Ein großer Teil der Arbeit von Magdalena Kreinecker handelt von den Eigenschaften der Objekte – von deren Formen und Regeln, die diese untereinander in Beziehung setzen. Gemeinsam mit der Künstlerin Marie Reichel hat sie zuletzt eine Ausstellung mit speziell angepasstem Raumkonzept für die MUSA Startgalerie in Wien entwickelt, die noch bis 28. August 2019 zu sehen ist.

Was ist Kunst?

Ich denke über Kunst als eine feine Kommunikationsform nach, in der etwa durch Kombination von Material, Farbe, Geräusch, Ort, (…) gewisse Reize, schon Erlebtes und Vorahnungen provoziert werden können, um neue Voraussetzungen anzubieten. Dadurch kann ein Bogen von individueller Wahrnehmung zu größeren Strukturen und Verhältnissen gespannt werden.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Ich denke, es war der Antrieb meine eigene Chefin zu sein.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Kann doch von alle dreien kommen. Wahrscheinlich ist aber eine gute Balance produktiv und gleichzeitig nicht zu selbstzerstörend.

Wo würden Sie am liebsten ausstellen?

Im öffentlichen Raum.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Ich fantasiere immer wieder gerne crazy Emails an meine Heldinnen zu schreiben. Aber bis lang hab ich sehr gern und viel mit Freund/innen gearbeitet. Gerade jetzt gab es eine schöne Zusammenarbeit bei der ein kleines Hörbuch rauskam.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Der Wunsch, dass Kunst möglichst marktunabhängig sei und sich selbst nicht in kapitalistische Arbeitsweisen eingliedern solle, könnte dazu führen, dass Kunst nur im Abseits existiert. Es gibt sehr viel Tolles, das weitgehend unabhängig funktioniert, aber auch nur, wenn es zum Beispiel staatlich subventioniert ist. Ich hoffe darauf, dass das Bestreben verantwortungsvoll bleibt und Entwicklungen kritisch mitgedacht werden, sodass Kunst widerständig sein kann. Der Kunstmarkt ist natürlich ein genauso sehr ungerecht verteilter, in dem nur wenige profitieren. Deswegen staatliche Förderungen, Grundeinkommen, freie Szene!

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Ich denke ja, der Markt liebt "die Kunst".

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Für Lebensmittel, ist doch logisch.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Ich arbeite hoffentlich ohne Nebenjobs in einer gut sortierten Werkstatt an Projekten und mit Leuten, die mir Spaß machen.

Haben Sie einen Plan B?

Nein.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Puh.

Wollen Sie die Welt verändern?

Ja klar! Naja, grundsätzlich möchte ich natürlich nicht an Dingen arbeiten die meine Umgebung nicht kümmern. Die Welt zu verändern ist super größenwahnsinnig und ein in sich sehr problematischer Gedanke. Im Ansatz heißt das aber nur, sich immer wieder aufzuraffen und Projekte zu machen, die nicht hermetisch abgeschlossen nur in einer intellektuellen Blase funktionieren.