Kaffeebohnensäcke

AP/KIKE CALVO

P wie Preisbildung

Die Preisbildung gehört zum Einmaleins der Wirtschaftswissenschaften: Einer bietet ein Produkt oder eine Dienstleistung an, ein anderer möchte kaufen - zwischen ihnen steht der Preis, die Gegenleistung, die beim Verkauf fällig wird.

Zu der Frage, wie dieser Preis entsteht, wo sich Angebot und Nachfrage treffen und welche Faktoren seine Höhe beeinflussen, gibt es zahlreiche Theorien, etwa jene des "vollkommenen Marktes". Laut Modell funktioniert der gänzlich störungsfrei. Es gibt viele Anbieter und viele Nachfrager, anders als etwa im Monopol. Es herrscht vollständige Transparenz und alle Markteilnehmer sind über alle Aspekte des Marktgeschehens informiert. Alle Beteiligten reagieren ohne Verzögerung auf Veränderungen im Handel. Und die angebotenen Güter sind alle gleich in Bezug auf Art, Qualität oder Aufmachung. Nachfrager entwickeln also keine Präferenzen für bestimmte Waren oder Dienstleistungen. Also solche "vollkommenen Märkte" gelten Finanzhandelsplätze, wie die Wiener Börse. Dort sind alle Angebots- und Nachfragepreise bekannt und werden im Index abgebildet. Die Aktien eines Unternehmens wie der Österreichischen Post oder der VOEST sind völlig identisch. Und alle Marktteilnehmer sind zur selben Zeit am gleichen Ort. Doch auch hier gibt es Faktoren, die die Preisbildung beeinflussen können, wie staatliche Regulierung oder Insiderwissen, die den Markt mitunter "unvollkommen" machen.

Juliane Nagiller, Marlene Nowotny

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