Rollende Landstraße

ÖBB/KAPFERER

Der LKW-Transport und seine Alternativen

Auf Österreichs Autobahnen reiht sich oft LKW an LKW. Besonders betroffen ist die A1 bei Haid. Hier wurden letztes Jahr mehr als fünf Millionen Lastkraftwagen gezählt. An Werktagen ist dort jedes sechste Fahrzeug ein Schwerfahrzeug. Ebenso stark belastet sind Österreichs Alpenübergänge. Allein den Brenner überquerten im Vorjahr 2,4 Millionen LKW. Das sind um 30 Prozent mehr als noch im Jahr 2010.

Dichter LKW-Verkehr auf der A1

APA/WERNER KERSCHBAUMMAYR

Mehr als 75 Prozent aller Güter werden in der EU per LKW transportiert. Darunter leiden Transitländer wie Österreich besonders stark. Schwerfahrzeuge beanspruchen nicht nur immer mehr Platz auf den Autobahnen, sondern beschädigen den Straßenbelag, verursachen Lärm und emittieren Treibhausgase. In Österreich ist der LKW Verkehr für rund ein Drittel der vom Straßenverkehr verursachten Treibhausgase verantwortlich.

Dennoch ist der LKW-Transport immer noch günstig. Zu günstig, sagen Experten. Auf Österreichs Autobahnen müssen LKW zwar Maut bezahlen. Die Höhe dieser Maut spiegelt aber nicht die tatsächlich verursachten Kosten wider. Das belegen Berechnungen des Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Zwar werden seit ein paar Jahren Zuschläge für Lärmbelastung und Luftverschmutzung fällig, viele Folgekosten werden aber immer noch nicht eingepreist - die Auswirkungen des LKW Verkehrs auf das Klima, die Folgekosten von Verkehrsunfällen oder die verursachten Fahrbahnschäden.

Um die Pariser Klimaziele einzuhalten, möchte die EU den Anteil der Bahn am Güterverkehr von aktuell 17 Prozent auf 30 Prozent im Jahr 2030 steigern. In Österreich wird dieses Ziel zwar bereits erreicht, der Bahngüteranteil lag aber auch schon mal höher. 2006 betrug er rund 35 Prozent.

"Ab 300 Kilometer aufwärts sollte eigentlich alles auf der Bahn oder am Schiff transportiert werden", Jürgen Zajicek, Logistikexperte AIT

Grafik

Verlagerung von LKW auf Bahn reduziert externe Kosten des Gütertransports

Billiger Diesel und die Ausbeutung osteuropäischer Fahrer machen den LKW-Transport billig. Hinzukommt, dass nur auf den Autobahnen Maut anfällt, während auf der Schiene für jeden Kilometer Infrastruktur-Benützungsentgeld gezahlt werden muss.

Das österreichische Schienennetz hat noch freie Kapazitäten und durch eine zunehmende Automatisierung können noch mehr Kapazitäten geschaffen werden. Im automatisierten Fahrbetrieb tauschen Züge untereinander Daten bzgl. Geschwindigkeit, Position und Bremsverhalten aus. Das erlaubt das Fahren auf elektronische Sicht. Die notwendigen Sicherheitsabstände werden kleiner und mehr Züge können die Strecke nutzen.

Service

Asfinag - Webcam, A1 bei Knoten Haid

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