Sandra Macher

EMMANUEL FEINER FOTOGRAFIE

Sandra Macher, Harfe

Sie ist leidenschaftliche Musikerin, jedoch ebenso leidenschaftliche Pädagogin und Musikvermittlerin. Die 1988 im steirischen Feldbach geborene Harfenistin und ausgebildete Volksschullehrerin Sandra Macher leitet ihre eigene private Harfenschule "arpini" und ist Lektorin an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz.

Was ist Kunst?

Für mich ist Kunst Ausdruck und die Freiheit im Ausdruck. Frei von Normen und Konventionen darf Kunst Eigenes schaffen und Neues entstehen lassen, Inspiration sein.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Ich war ein achtjähriges Mädchen mit einer selbstgebauten Harfe in der Klostermusikschule in Feldbach. So begann ein Weg, der mich heute dem näher bringt, was ich unter Kunst verstehe.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Kunst ist für mich persönlicher Ausdruck und Ausdruck impliziert Leben, zu fühlen, tief zu empfinden, zu können, zu müssen und letztendlich zu wollen. Kunst ist Freiheit und Freiheit entsteht, wenn es gelingt sich vom Müssen zu lösen.

Wo würden Sie am liebsten auftreten?

Es ist für mich an keinen bestimmten Ort gebunden, sondern vielmehr an den Raum an sich und die Atmosphäre, die entsteht, wenn Menschen zusammenkommen, die deine Kunst schätzen.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Hätte ich die Möglichkeit in eine andere Zeit zu reisen, dann würde ich zirka 130 Jahre in die Vergangenheit reisen, nach Frankreich. Ich würde einen Komponisten treffen, der mich mit vielen seiner Werke, seiner eigenen Tonsprache tief berührt – Debussy. Auch wenn dieses Treffen ein Gedankenspiel bleibt, ich finde es generell wunderschön mich mit Menschen auszutauschen, zu philosophieren und im Miteinander voneinander bereichert zu werden.

Eine Zusammenarbeit mit Tänzer/innen und bildenen Künstler/innen wäre für mich sehr bereichernd, da für mich Musik und Kunst in so vielen Facetten sichtbar wird. Außerdem möchte ich eines Tages gerne eine Harfenistin treffen, die für mich eine absolute Erscheinung ist und mich inspiriert seit ich sie zu ersten Mal beim Weltharfenkongress in Genf sah – Isabelle Moretti.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Ich denke die größte Herausforderung für viele Künstler/innen ist es eben nicht nur Künstler/in zu sein, sondern sich in einer Vielzahl von Rollen wiederzufinden, die mitunter sehr belastend sein können, weil sie nie oder nicht ausreichend gelernt oder verinnerlicht wurde und von der eigentlichen Passion und Profession ablenken. Dies kommt besonders zum Tragen, wenn Kunst nicht nur um der Kunst willen gemacht wird, sondern zugleich die finanzielle Existenz sichern soll.

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Besonders durch die Online-Medien ist es möglich ein sehr breites Publikum zu erreichen und ich bin der Meinung, dass es heutzutage leichter ist denn je, Nischen zu bedienen. Dies bedarf wiederum eines geschickten Marketings, um auf sich aufmerksam zu machen. Das Publikum entscheidet selbst, wann, wie oft und wie lange Kunst konsumiert/genossen wird.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Für ein wunderbares feines Essen gemeinsam mit meinen Lieblingsmenschen.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Mein Leben in zehn Jahren ist wie heute von Vielseitigkeit und Flexibilität geprägt. Meine Kunst ermöglicht es mir Menschen auf der ganzen Welt mit meiner persönlichen Musik zu berühren. Es ist ein Leben in dem Großstadtmetropole und einsames Landhaus keine Widersprüche darstellen. Mein pädagogisch-wissenschaftliches Engagement rund um meine private Harfenschule "arpini" inspiriert junge Musiker/innen und es ist mir gelungen in Österreich ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass ergonomisch gebaute (Volks)harfen eine Grundvoraussetzung für ein gesundes Musizieren sind.

Haben Sie einen Plan B?

Um Ideenknappheit vorzubeugen, was aufgrund meines sprühenden Ideenreichtums eher unwahrscheinlich ist, habe ich ein Buch angelegt, in dem ich all das notiere, was ich unglaublich spannend finde und was ich gerne einmal umsetzen möchte, wenn sich dafür die passende Zeit findet. Ich bin auch ausgebildete Volksschullehrerin.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Darüber könnte meine Umgebung bestimmt besser Auskunft geben, denn ich bin mir selbst gegenüber oft kritischer, als es andere womöglich wahrnehmen. Außerdem bin ich sehr harmoniebedürftig. Ich glaube auch, dass man mit einem ehrlichen Lächeln oft schon vieles bewirken und so manche Situation entschärfen kann.

Wollen Sie die Welt verändern?

Ich möchte die Welt im Kleinen verändern und hoffe, dass dies Wellen schlägt. Ich denke hierbei vor allem an zukünftige Musiker/innen und Pädagog/innen, meine Schüler/innen und Student/innen. Sie zu stärken, ihnen Wertschätzung entgegenzubringen, eine Vertrauensperson und Ansprechpartnerin sein, ist mir ein großes Anliegen.