MARKO KODZIC

ZORAN MARMARKOVIC

Ö1 Talentebörse

Marko Kodžić, Bildnersiche Erziehung

Ich bin ernst und doch nicht immer ernst zu nehmen.
Früh verzogen, später gereift, um wieder Kind sein zu dürfen.
Immer noch genügend in mich selbst verliebt, um Selbstironie zuzulassen.

Was ist Kunst?

Meine größte Freiheit.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Durch Zulassen. Sieben Jahre nach meinem Schulabbruch habe ich am Abendgymnasium für Berufstätige meinen zweiten Anlauf gestartet die Matura zu erlangen. Nach langem überlegen, welches Studium infolge denn eine vernünftige Entscheidung sein könnte, kam ich zu der sinnvollen Erkenntnis keiner rationalen, sondern einer langjährigen Herzenssache nachzugehen.
Das musste ich erst zulassen, die Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Für mein Verständnis kommt Kunst von dürfen. Kunst ist ein PRIVILEG. Wird sie zum Zwang, dann ist sie weder frei noch ein Privileg.

Wo würden Sie am liebsten ausstellen/auftreten/inszenieren?

Auf der Biennale von Venedig. Was danach käme, wäre ziemlich egal.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Isabella Heigl (ehem. Studienkollegin), David Hockney, Daniel Buren, Michael Maislinger (ehem. BE-Lehrer und Künstler), Yayoi Kusama, Stanley Whitney, Njideka Akunyili Crosby, Kerry James Marshall, Florentina Pakosta und Julie Mehretu.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

So wenig wie möglich. Bei dem Wort Kunst denke ich als Künstler immer an die Kunstproduktion und dabei sollten nie Kompromisse eingegangen werden, die mit der Situation am Markt in Zusammenhang stehen. Kunst sollte immer unabhängig davon entstehen.

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Weit mehr als die Selektion am Markt zulässt.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Am Ende jeden Monats für etwas anderes, wichtig ist es auszugeben.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Zwischen Griechenland und Portugal pendelnd, die verstrichene Dekade malerisch verarbeitend.

Haben Sie einen Plan B?

Plan B klingt nach einer Alternative. Da können wir die Frage gleich umformulieren in: würden Sie eine reiche Witwe heiraten? Die Antwort lautet A.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Das passiert überall und sehr oft, wenn ich Menschen auf den Arm nehme. Ich liebe die Sequenzen der unangenehmen Ungewissheit bei Menschen zwischen einem Scherz von mir und deren Erkenntnis, dass es sich nur um einen Scherz handelt. Unangenehm köstlich.

Wollen Sie die Welt verändern?

Das mache ich andauernd, indem ich mich selbst verändere - die Veränderung gelingt mir jedoch nicht immer zum Besseren.