Buch des Monats im März.

ORF/ISABELLE ORSINI ROSENBERG

April

Damon Galgut, "Das Versprechen"

Damon Galguts Roman ist das Ö1 Buch des Monats im April.

Damon Galgut zählt zu den wichtigsten südafrikanischen Autoren, er wurde mehrfach für den Booker-Prize vorgeschlagen, eher er ihn im vergangenen Jahr für den Roman "Das Versprechen" erhielt. Im Mittelpunkt stehen eine südafrikanische Farmerfamilie und eben das titelgebende Versprechen. Als 1986 nämlich die Mutter der Familie Swart stirbt, verspricht sie der schwarzen Hausangestellten Salome ein zum Anwesen gehörendes Haus.

Diese scheinbar kleine Szene legt Damon Galgut auf die politische Lage in Südafrika um, als Metapher für das Versprechen, das dem Land gegeben wurde. Es sollten nach dem Ende der Apartheid alle Südafrikaner zusammenfinden, unter dem Schlagwort der "Rainbow Nation", das Desmond Tutu geprägt hat. Doch dieses Versprechen wurde nie eingelöst.

LUCHTERHAND VERLAG

Scharfsinnig und elegant

Aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt Damon Galgut seine Geschichte. Besser gesagt: in einem Bewusstseinsstroms gleitet eine Perspektive in die andere. Die Prosa changiert mitunter zwischen Realem und Irrealem, alles fließt, womit man als Leser allen Figuren gleich nah oder gleich fern ist.

"Das Versprechen" ist ein scharfsichtiger, sehr eindringlicher Roman von großer sprachlicher Eleganz, der zurecht mit dem wichtigsten Literaturpreis des englischsprachigen Raumes ausgezeichnet wurde.

Service

Damon Galgut, "Das Versprechen", Roman, aus dem Englischen von Thomas Mohr, Luchterhand Verlag, 368 Seiten

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