Talentebörse Rui Cao

ORF/MARIE SPATZEK

Ö1 Talentebörse

Rui Cao, Bildende Kunst

Rui Cao wurde 1998 in Heilongjiang, China geboren und studiert Bildende Kunst bei Daniel Richter an der Akademie der bildenden Künste Wien. Die Künstlerin versteht ihre Malereien als Auseinandersetzung mit den geistigen und emotionalen Grundlagen des Menschseins. Tiermotive nutzt sie dabei als Projektionsflächen für oft verdrängte Sehnsüchte und Ängste.

Arbeitsvorhaben

Derzeit bereite ich meine erste Einzelausstellung vor. Da ich die Werke für die Ausstellung zurückhalten muss, ist der Verkauf meiner Bilder vorübergehend ausgesetzt. Eine finanzielle Unterstützung würde mir helfen, diese einkommenslose Zeit vor der Ausstellung zu überbrücken, mich stärker auf die Vorbereitungen für die Ausstellung zu konzentrieren und mir mehr Mittel für den Kauf der Materialien zu verschaffen, die ich für neue Bilder benötige.

Kommentar der Künstlerin

Im Kontext der zeitgenössischen Kunst weisen meine Werke eine ausgeprägte ontologische Note auf. Ich wähle Tiere als Hauptmotive nicht, um die Lebendigkeit der Natur nachzubilden, sondern um sie zu einem Spiegelbild menschlicher Emotionen und Begierden zu machen. Auf meiner Leinwand sind Tiere sowohl direkte Projektionen als auch Enthüllungen der Selbstverleugnung des Menschen. Durch den Blick, die Haltung und den Atem der Tiere wecke ich jene ursprünglichen Emotionen wieder, die bereits vor der Zähmung durch Sprache und Vernunft existierten - Angst, Sehnsucht, Anhaftung und der wilde Überlebensdrang. Diese Werke sind keine bloßen anthropomorphen Erzählungen, sondern eine Hinterfragung der geistigen Grundlagen des Menschen.

Eros's Bed

Eros's Bed, 2025 Öl auf Leinwand
100 x 120 cm

Die Szene verbindet Verletzlichkeit und Sinnlichkeit, Leben und Tod, und reflektiert das stille Drama von Körperlichkeit, begehren und Vergänglichkeit. Die Farbpalette bewegt sich zwischen zartem Rosa und tiefem Karminrot - eine Mischung aus Sanftheit und Fleischlichkeit, aus Intimität und Gewalt. Der Muschelgrund suggeriert Weichheit, fast Geborgenheit, doch das Messer, das den Körper durchdringt, hebt diese Illusion sofort auf. Der Moment des Todes wird nicht als Schock, sondern als Zustand gezeigt - eingefroren, sinnlich, fast rituell.

PRIVAT

Immaculate

Immaculate, 2024 Öl auf Leinwand
100 x 120 cm

Diese Arbeit zeigt ein deformiertes Lamm mit sechs Beinen, das geöffnet und auf dem Rücken auf einer weißen Matratze liegt. Daneben liegt ein Kondom. Es ist ein Körper, der mit seiner Geburt zugleich stirbt - oder gar nicht erst zur Welt kommt. Die Darstellung thematisiert das Unvollständige, das Nicht-Gewordene, das aus der Form Geratene. Es geht nicht um Gewalt, sondern um das Sichtbarwerden einer Grenze: zwischen Fleisch und Bedeutung, zwischen Leben und Abwesenheit. Geburt ohne Zukunft, Körper ohne Ziel. Alles bleibt offen - zwischen Assoziation und Ablehnung, zwischen Mitgefühl und Verstörung.

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I LOVE U

I LOVE U, 2025 Öl auf Leinwand
150 x 200 cm

Dieses Werk zeigt die Gewalt und zerstörerische Wirkung der Liebe als auch ihre Magie - nämlich die Fähigkeit, Alltägliches zu etwas Einzigartigem zu machen.

PRIVAT

Ausbildung

  • seit 2022 Bildende Kunst, Akademie der bildenden Künste Wien

Projekte und Ausstellungen (Auswahl)

  • 2026 A Delicate Matter, Gruppenausstellung, Galerie Krinzinger, Wien
  • 2026 Rundgang, Akademie der bildenden Künste Wien
  • 2025 Rundgang, Akademie der bildenden Künste Wien
  • 2025 Just Beyond The Sight, Bonian Space, Beijing
  • 2025 Milky Days, Vinzenz, Wien
  • 2025 Contemporary Figuration Fragments and Confrontations, Synaps Design Platform, Wien
  • 2025 Units of Time, CoBrA Gallery, Shanghai
  • 2024 Rundgang, Akademie der bildenden Künste Wien
  • 2024 Body Language, IRL Gallery and ATLA, Los Angeles
  • 2024 Ziffer im PDF, Galerie Krinzinger, Wien
  • 2024 Art 021 Shanghai Contemporary Art Fair, Bonian Space, Shanghai

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