Christian Azzouni und Lorena Mantl, Gewinner:innen des Ö1 Talentestipendiums

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Kunst gehört gefördert

Ö1 Talentestipendium für bildende Kunst 2026

Das Ö1 Talentestipendium für Bildende Kunst geht heuer an Christian Azzouni von der Kunstuniversität Linz. Das Online-Voting konnte Lorena Mantl (Mozarteum Salzburg, Standort Innsbruck) für sich entscheiden. Die Vergabe fand Mittwochabend im Wiener Museumsquartier statt. Das Stipendium ist mit 10.000 Euro dotiert, zur Verfügung gestellt vom Wiener Städtischen Versicherungsverein. Der Publikumspreis sichert die kostenfreie Teilnahme am „Artist Statement“ im Rahmen der Kunstmesse Parallel Vienna 2027.

Das war die Verleihung des Ö1 Talentestipendium 2026.

Christian Azzouni, geboren 1995, hat kürzlich seinen Master in Visueller Kommunikation an der Kunstuniversität Linz abgeschlossen und studiert Kunst & Bild | Kontext an der Akademie der bildenden Künste Wien. An der Schnittstelle von Fotografie und Malerei arbeitend, verhandelt der Künstler Themen wie Herkunft, Differenzerfahrung und strukturellen Rassismus. Das von ihm entwickelte "Figurigramm" bildet den Kern seiner Praxis, dabei malt Azzouni mit Fotochemikalen direkt auf Fotopapier.

Christian Azzouni

"Künstlerisch arbeiten bedeutet für mich, eigene Prozesse zu durchlaufen, über diese zu reflektieren und das Gefühl dieses Prozesses transparent zu machen. Durch das partielle Auftragen der Chemie, nimmt das auf dem lichtsensiblen Papier den Raum und die Zeit ein, die genau diesen physisch-chemischen Abdruck sichtbar macht. Diesen künstlerischen Prozess möchte ich daher transparent machen und versuche, durch die Materialität des Papiers und der Chemie das Verhältnis von Präsenz und Raum zu erforschen. Derzeit lege ich meinen Hauptfokus auf die „Untersuchung meiner tatsächlichen Wirklichkeit durch den physisch-chemischen Ursprungs des fotografischen Bildes“, indem ich über Rassismus, unverhältnismäßige Machtstrukturen und meine eigene queere palästinensisch-österreichische Rolle in einer österreichisch-weißen Gesellschaft reflektiere und durch das partielle Auftragen fotochemischer Flüssigkeit auf das Material versuche sichtbar zu machen. Im Kontext der Aufarbeitung von Machtverhältnissen und den Darstellungen davon, komme ich meiner eigenen palästinensischen Herkunft immer näher und arbeite dies in meinen Arbeiten ein. Gerade befinde ich mich in der Untersuchung von Mustern und Farben von traditionellen palästinensischen Stickereien und Musterstrukturen. Sowohl die technische, als auch die kontextuelle Ebene ist hier ein wichtiger Bestandteil."

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Die Fachjury

  • Marie-Claire Gagnon, Kuratorin mumok
  • Antje Mayer-Salvi, Chefredakteurin & Gründerin C/O Vienna Magazine
  • Cornelis van Almsick, Architekt, Kurator und Leiter der Galerie Zeller van Almsick
  • Gabriele Spindler, Leitung Kunst- und Kulturwissenschaften, OÖ Landes-Kultur GmbH
  • Johannes Reisigl, Leitung für das Künstler*innenhaus Büchsenhausen
  • Manuela Ammer, Chefkuratorin mumok
  • Katrin Bucher Trantow, Chefkuratorin des Kunsthaus Graz
  • Philippe Batka, Kurator Kunstsammlungen Vienna Insurance Group
  • Anna Soucek, Radiojournalistin Ö1
  • Michael Ladstätter, Leitung Ö1 Kommunikation
  • Martin Traxl, ORF-TV-Kulturchef

Lorena Mantl studiert Bildnerische Erziehung am Innsbrucker Standort des Mozarteum Salzburg und versteht sich selbst als Tagträumerin und Gedankenforscherin. Die Foto- und Videokünstlerin verhandelt in ihrer Kunst die Spannung zwischen innerer und äußerer Realität und widmet sich Themen wie Selbstzweifel, psychischer Erschöpfung oder dem Wunsch nach Akzeptanz.

Lorena Mantl

"Als Video-, Fotokünstlerin und Sounddesignerin übersetze ich Tagträume, Unsicherheiten, innere Monologe und Fantasiewelten in audiovisuelle Werke. Meine Arbeiten sind ehrlich, frontal und Spiegel meiner Selbstwahrnehmung. Film endet für mich nicht beim Bild – der Entstehungsprozess ist zentral, um meinem innersten Ich zu begegnen. Aus dieser Intimität heraus entstehen resonanzgenerierende Werke, sodass sich Zuschauende gesehen und mit einbezogen fühlen und ein reflektierender Diskurs entsteht."

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Langjähriges Förderprogramm

Die Förderung wurde heuer bereits zum 19. Mal vergeben und soll es Nachwuchstalenten ermöglichen, sich ein Jahr lang vermehrt ihrem Schaffen zu widmen. "Kunst braucht Talent - und Talent braucht Förderung. Deshalb unterstützen wir das Ö1 Talentestipendium mit großer Freude schon seit vielen Jahren. Gemeinsam mit Ö1 geben wir jungen Kunstschaffenden den Freiraum und die Sichtbarkeit, die sie brauchen, um ihren eigenen Weg zu gehen und die Kunst von morgen mitzugestalten", sagt Mag. Robert Lasshofer, Vorstandsvorsitzender des Wiener Städtischen Versicherungsvereins, Hauptaktionär der Vienna Insurance Group (VIG).

Bewerben konnten sich Studierende, die an einer der folgenden fünf Kunstuniversitäten in Österreich studieren: Akademie der bildenden Künste Wien, Universität für angewandte Kunst Wien, Kunstuniversität Graz, Kunstuniversität Linz und Universität Mozarteum Salzburg. Die Einreichung für das Ö1 Talentestipendium 2026 erfolgte bis Mitte Mai über die jeweiligen Universitäten. Diese trafen eine Vorauswahl auf deren Basis bereits im Juni eine unabhängige Fachjury über die Vergabe entschied.

Zusätzlich zur Juryentscheidung hatte das Ö1 Publikum die Möglichkeit, unter allen Finalistinnen und Finalisten einen Publikumspreis zu vergeben. Die aus den Votingergebnissen gebildete Shortlist von Nominierten ist auch die Grundlage einer Ausstellung im mumok, dem Museum Moderner Kunst im Wiener Museumsquartier.

  • Christian Azzouni

    Christian Azzounis Arbeit "Die Klasse" ist eines der ausgestellten Kunstwerke im Wiener mumok.

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  • Lorena Mantl

    Lorena Mantl - hier in einer Montage mit ihrer eigenen Projektion. Wie diese Arbeit tatsächlich funktioniert, lässt sich am besten beim Besuch der Ausstellung erkunden.

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  • Joseph Theodor Böhm

    Der 1997 in Tirol geborene Joseph Theodor Böhm schätzt die kleinen Geräusche des Alltags. Böhm studiert Computermusik und Klangkunst sowie Musikologie an der Kunstuniversität Graz

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  • Daphne von Schrader

    Die 1996 in Wien geborene Daphne von Schrader studierte Kunst und Intervention an der Akademie der bildenden Künste Wien. Selbstoptimierungstrends und die moderne Leistungsgesellschaft hinterfragend, entwickelt die Künstlerin Skulpturen an der Schnittstelle von Körperpolitik, Kunst und Orthopädie.

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  • Paula Mudri

    Paula Mudri, geboren 1995 in Graz, studiert Ortsbezogene Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien. Mit ihren Arbeiten hinterfragt sie hierarchische Strukturen und Gesellschaftssysteme, beschäftigt sich mit Fragen der Fürsorge und entwirft neue Formen des Miteinanders.

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  • Fatima Hellberg

    Hausherrin, mumok-Direktorin Fatima Hellberg hielt in ihrer Rede ein engagiertes Plädoyer für junge Kunst.

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  • Christine Scheucher

    Durch den Abend in den historischen Räumen der Hofstallungen führte Ö1 Redakteurin Christine Scheucher.

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  • Carla Kaltenböck

    Den musikalischen Part des Abends bestritt mit Carla Kaltenböck die aktuelle Preisträgerin des Ö1 Jazz-Stipendiums. Begleitet wurde sie von Tom Silver.

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Folgende Künstler:innen präsentieren ab 8. Oktober 2026 im mumok ihre Werke:

  • Christian Azzouni (Kunstuniversität Linz)
  • Joseph Theodor Böhm (Kunstuniversität Graz)
  • Lorena Mantl (Mozarteum Salzburg, Standort Innsbruck)
  • Paula Mudri (Universität für angewandte Kunst Wien)
  • Daphne von Schrader (Akademie der bildenden Künste Wien)

Ausstellung:
von 8. bis 18. Oktober 2026
Di bis So und an Feiertagen: 10–18 Uhr

Service

Akademie der bildenden Künste Wien
Universität für angewandte Kunst Wien
Kunstuniversität Graz
Kunstuniversität Linz
Universität Mozarteum
Parallel Vienna
mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

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Das Ö1 Talentestipendium ist ein Kunstförderprojekt in Kooperation mit dem Wiener Städtischen Versicherungsverein

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