Reina Yoshioka Talentebörse

KAZUKI IKEGAMI

Ö1 Talentebörse

Reina Yoshioka, Komposition

In Kooperation mit den österreichischen Kunstuniversitäten präsentiert Ö1 junge Kunst-Talente Österreichs. Reina Yoshioka studiert Instrumentalkomposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Junge Künstlerinnen und Künstler im Porträt

Meine Lieblingsinstrumente sind Violine, Große Trommel und alles, was sich sonst noch als Spielzeug zum Klingen bringen lässt (z.B. Otamatone, Screaming Chicken).

Was ist Kunst?

Für mich ist Kunst eine Möglichkeit, Gefühle auszudrücken, die man nicht sehen kann und die ganz ehrlich sind.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Ich glaube, es könnte alles sein. Idealerweise entsteht Kunst natürlich aus dem Wollen, aus einem echten inneren Wunsch. Aber manchmal muss man auch etwas erschaffen, aber dann kann man etwas für andere Menschen tun. Und beim Können denke ich: jeder könnte eigentlich Kunst machen.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Zuerst habe ich Klavier und Violine gelernt. Vor 10 Jahren habe ich angefangen zu komponieren, am Anfang war das nur ein Hobby, aber mein erstes Stück wurde gleich als Pflichtstück für einen Chor Wettbewerb ausgewählt. Als ich nach Wien gekommen bin, hat mir meine Violinprofessorin empfohlen, Komposition professionell zu studieren.

Was ist für Sie notwendig, um kreativ sein zu können?

Ich brauche Freiraum – im Kopf und auch zeitlich. Und ich glaube, man muss offen bleiben. Ich versuche immer, andere Meinungen und auch Kritik ernst zu nehmen. Das hilft mir, die Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu sehen.

Fällt es Ihnen leichter ein Projekt zu beginnen oder abzuschließen und warum?

Abzuschließen. Von null auf 0.01 zu kommen, ist der schwierigste Teil. Dafür braucht man Mut und auch Verantwortung. Man kann zwar jederzeit wieder auf null zurückgehen, aber dieses erste kleine Etwas zu finden, mit dem ich wirklich zufrieden bin, ist jedes Mal eine Herausforderung.

Welches Geräusch beschreibt Ihre Arbeit am besten?

Wenn ich ein einziges Geräusch nennen müsste, dann wäre es vielleicht ein „blaues“ Geräusch. Ich weiß nicht, ob so ein Klang in unserer Welt überhaupt existiert. Er ist nicht wie Wasser und nicht wie Wind – eher wie ein geheimnisvoller Klang.

Wo würden Sie am liebsten auftreten/inszenieren/ausstellen/performen?

Überall auf der ganzen Welt. In Wien natürlich im Musikverein oder im Konzerthaus. Und wer weiß – vielleicht ist in der Zukunft sogar ein Konzert im Weltraum möglich.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Mit dem RSO Wien. Mein Lieblingsorchester. Ich würde gern einmal zusammenspielen, vielleicht sogar ein Violinkonzert. Das ist mein Traum.

Was soll Ihre Kunst bei anderen auslösen?

Mir ist egal, welche Emotion meine Musik auslöst – Freude, Traurigkeit, Irritation usw. Ich wünsche mir nur, dass die Menschen überhaupt etwas fühlen. Gefühle sind etwas Wunderbares, das Menschen und Tiere haben, aber keine Computer. Gerade in einer Zeit, in der KI immer wichtiger wird, sollten wir das nicht vergessen. Deshalb denke ich beim Komponieren immer an die Musikerinnen und Musiker und natürlich auch an das Publikum.

Ein Risiko, das ich mir nicht erlaube, ist…

Ich habe mir vorgenommen, mich nicht mit anderen zu vergleichen. Ehrlich gesagt ist das sehr schwierig, besonders bei Wettbewerben, wo man ständig bewertet wird. Aber Kunst ist kein Sport. In der Kunst gibt es kein Ziel und keine Ziellinie. Ich versuche deshalb, in jeder Kunst immer mindestens eine gute Seite zu finden. Wenn ich mich vergleiche, dann nur mit meinem früheren Ich.

Wann haben Sie zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht?

Als ich zum ersten Mal ein echtes Probespiel gemacht habe – und es war eine Katastrophe. Ich war sehr enttäuscht. Aber seitdem kann ich anders üben und neue Wege ausprobieren. Ich glaube sogar, dass diese Situation für die Menschlichkeit wichtig ist.

Worüber haben Sie zuletzt laut gelacht?

Ich lache eigentlich immer. Oft über völlig belanglose Dinge.

Übersicht

Ö1 Talentebörse