Dimensionen - Die Welt der Wissenschaft
Die Wiedergewinnung des Gewöhnlichen. Ein Porträt des US-amerikanischen Philosophen Stanley Cavell. Eine Sendung von Nikolaus Halmer
9. Juni 2010, 19:06
Stanley Cavell zählt zu den bedeutendsten Philosophen der Vereinigten Staaten, der durch seine Themenvielfalt beeindruckt: Reflexionen über die Sprachphilosophie von Ludwig Wittgenstein finden sich neben Überlegungen zum philosophischen Skeptizismus; seine Essays beziehen sich häufig auf literarische Werke und auf Hollywood-Filme.
Cavell lehnt philosophische Traditionen ab, die den Anspruch haben, die Alltagswelt zugunsten einer höheren Welt des Seins abzuwerten. Er konzentriert sich auf das Gewöhnliche, auf das, was jeder Mensch in seiner Existenz erfährt. Die philosophische Haltung besteht nun darin, die Erfahrungen des Alltäglichen skeptisch zu überprüfen und nur die Verhaltensweisen auszuwählen, die für ein zivilisiertes Zusammenleben in der Gesellschaft erforderlich sind. Es sind dies das einfühlsame Gespräch mit dem anderen und die aufmerksame Hinwendung zum Gegenüber, die dazu beitragen, die menschliche Kommunikationsgemeinschaft zu verbessern.
