Leporello

Menschen - Moden - Lebenskunst.
Formen im Verkehr * Verlockende Leinwand

Formen im Verkehr
Autos der Marke Zastava, darunter der bekannte Yugo, waren im ehemaligen Jugoslawien Statussymbole. Als erste selbst produzierte Wagen in Titos Reich waren sie Inbegriff für Moderne und Aufbruch, für Freiheit und Unabhängigkeit. Der bosnische Künstler Mladen Miljanovic hat einen Zastava 101 in den Mittelpunkt seiner Ausstellung "Museum Service" in der Wiener MUMOK Factory gestellt. Ein Modell, in dem sich für ihn die bis vor kurzem anhaltende Stagnation in der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung des Landes widerspiegelt - denn die Form des Autos, das 1972 erstmals gebaut wurde und dessen Produktion 2008 endgültig eingestellt wurde, hat sich bis zum Schluss nicht verändert. Mladen Miljanovic zerlegt das Auto in seine Einzelteile, untersucht im Kontext Focaults Sicherheitsgurte als Instrumente der Disziplinierung oder baut in die Kopfstützen Lautsprecher ein, aus denen Interviews mit Personen erklingen, die ihre persönlichen Erinnerungen und Zugänge zum Automobil schildern. Ein blinder Mann schlägt da etwa plötzlich die Autotür zu, denn an diesem Klang erkenne er den Zastava. Gestaltung: Benno Feichter

Verlockende Leinwand
Wien Ende der 40er - Anfang 50er Jahre. Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg - die Stadt ist gezeichnet von Schutt und Ruinen. Es ist aber auch die Blütezeit großer Kinofilme - überdimensional wird für sie auf Filmplakaten geworben. Bunt und theatralisch in Szene gesetzt von Eduard Paryzek, einem der wichtigsten und produktivsten Film-Plakatmaler der Nachkriegszeit. Ihm und der Wiener Kinolandschaft ist nun das Buch "Filme malen" gewidmet - verfasst hat es der Historiker und Stadtforscher Peter Payer.Gestaltung: Ursula Mürling-Darrer

Service

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