Radiokolleg

Radiokolleg - Das Selbstwertgefühl

Wie man sich selbst beurteilt (1). Gestaltung: Natasa Konopitzky und Nina Bauer

Das Selbstwertgefühl - ein lange wenig beachteter Begriff - hat seit ungefähr 20 Jahren Hochkonjunktur. Nicht nur in der psychologischen Forschung interessiert man sich dafür, auch die boomende Selbsthilfeliteratur hat das Selbstwertgefühl als einen der wichtigsten Schlüssel für Erfolg und Glück entdeckt.

Mit verschiedensten Psychotechniken - von Autosuggestion bis Selbstmanagement - soll das Selbstwertgefühl gesteigert und gefestigt werden. Denn wer genug davon hat, kann alles erreichen - ungeachtet der Herkunft, dem Zugang zur Bildung und den Chancen am Arbeitsmarkt: Das versprechen Selbsthilfebücher.

Unter Selbstwertgefühl oder den synonym verwendeten Begriffen wie Selbstvertrauen, Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein wird die emotionale Einschätzung des eigenen Wertes verstanden. In vormodernen Gesellschaften war der Wert jedes Menschen von Geburt an festgelegt, der Einzelne machte sich wenig Gedanken über seinen Selbstwert. Während heute - in einer durchlässigeren, von Wertepluralismus geprägten Welt, das Individuum mit einer schwankenden Bewertung durch sich selbst und andere konfrontiert ist und das Gefühl dazu ständig abgleichen muss.

Interviewpartner/innen:
Boglarka Hadinger, Leiterin des Instituts für Logotherapie & Existenzanalyse in Tübingen /Wien Ulrike Kadi, Medizinische Universität Wien, Universität Wien
Boris Traue, Technische Universität Berlin
Helga Schachinger, Universität Wien Dagmar Stahlberg, Universität Mannheim

Service

Literaturliste:

Astrid Schütz, Je selbstsicherer, desto besser? Licht und Schatten positiver Selbstbewertung, Beltz Verlag, 2005

Astrid Schütz, Psychologie des Selbstwertgefühls. Von Selbstakzeptanz bis Arroganz. Kohlhammer Verlag Stuttgart 2003.

Boglarka Hadinger, Das Selbstwertgefühl ist ein Geschenk, das man nicht zufällig erhält. Audio CD. Institut für Logotherapie Tübingen/Wien.

Alfred Adler, Über den nervösen Charakter (1912). Grundzüge einer vergleichenden Individualpsychologie und Psychotherapie, Vandenhoeck & Ruprecht, 2008

Franz Kafka, Brief an den Vater. Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 2008.

Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft. Suhrkamp/Insel 2000.

Mario Rotter, Aus der Fischwelt. Tagebuchroman-Fragment und frühe Prosa (1984-1989). Ritter Verlag, Klagenfurt und Wien 2000.

Mira Lobe, Das kleine Ich bin Ich, Jungbrunnen-Verlag Wien 2012.

Boris Traue, Das Subjekt der Beratung, transcript Verlag Bielefeld 2010.

Ernst Tugendhat, Egozentrizität und Mystik. Eine anthropologische Studie. Verlag C.H. Beck München 2003.

Íngrid Vendrell Ferran, Die Emotionen: Gefühle in der realistischen Phänomenologie. Oldenbourg Akademieverlag 2008.

Otto F. Kernberg, Narzissmus - Grundlagen - Störungsbilder - Therapie, Schattauer, 2008

Sigmund Freud, Trauer und Melancholie, Verlag Volk und Welt Berlin 1982.

Elisabeth Mixa, Body & Soul: Wellness: von heilsamer Lustbarkeit und Postsexualität. transcript Verlag Bielefeld 2011.

Juan-David Nasio , Ulrike Kadi , August Ruhs, Mein Körper und seine Bilder. Verlag Turia & Kant 2011.

Sendereihe