Leporello

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Videoinstallation "Berthas Vaudeville" auf der Schallaburg
Jürgen Berlakovich: Buch "Instrumentum Vocale"

Videoinstallation "Berthas Vaudeville" auf der Schallaburg

In jungen Jahren verbrachte die spätere Friedensforscherin und Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner gemeinsam mit ihrem Mann Arthur acht Jahre in Georgien, wo sie am Hof der Fürstin von Migrelien als Gouvernante arbeitete und 1876 den komischen Einakter "L'education de Rosette" verfasste. Bertha von Suttner selbst spielte und sang damals die Rolle der Rosette. Das Künstlerpaar Johanna und Helmut Kandl spürte den Dramentext in einem Archiv in Genf auf und inszenierte ihn gemeinsam mit dem Regisseur Bernhard Dechant als Film mit dem Titel "Berthas Vaudeville". Dem humorvoll-frivolen Text stellten sie darin einen zeitgenössischen georgischen Dialog zwischen Mutter und Tochter gegenüber, der die Protagonisten und das Umfeld der Aufführung kommentiert. Zu sehen ist die Videoinstallation "Berthas Vaudeville" im Rahmen der Ausstellung "Jubel & Elend - Leben mit dem großen Krieg 1914 - 1918" auf der Schallaburg, wo sie in einer Rauminstallation aus Plüschsofas, Theaterkulissen und Tapisserien als vielschichtiger Kontrapunkt zum Ausstellungsprogramm steht.- Gestaltung: Judith Hoffmann


Jürgen Berlakovich: Buch "Instrumentum Vocale"

Die Lautumspannerin, der Gerngroß, die Massenmaus oder der Scheiterprotz - so heißen einige Figuren, die der Soundkünstler Jürgen Berlakovich in seinem neuen Buch versammelt. "Instrumentum Vocale" nennt er diesen Figurenpark aus Text und Klang, was so viel heißt wie "stimmbegabte Werkzeuge". So wurden in der Antike Haushaltssklaven bezeichnet. Die Prosatexte im Buch folgen lose einem heute nahezu in Vergessenheit geratenem Genre der Literaturgeschichte: Die Beschreibungsmethode der "Charaktere" wurde in der Antike vom Philosophen Theophrast begründet und später zum Beispiel von Elias Canetti in "Der Ohrenzeuge" wieder aufgegriffen. Ausgangspunkt für Berlakovichs Figuren war sprachakustisches Material aus den Medien: Ein kurzer Satz, oft nur ein Wort oder eine Silbe, ein Räuspern oder ein Zögern in der Stimme, das eine Unwahrheit verraten könnte. - Gestaltung: Claudia Gschweitl

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