Da capo: Im Gespräch

Renata Schmidtkunz spricht mit Bernhard Schlink, Jurist und Schriftsteller

"Die Frau auf der Treppe", so heißt der neueste Roman des ehemaligen Jura-Professors und Richters Bernhard Schlink. Ein Rechtsanwalt, ein Bankier und ein Maler kämpfen um ein Bild und um die Frau, die auf jenem abgebildet ist.

Die künstlerische Vorlage zum Protagonisten Bild fand Schlink bei Gerhard Richters "Ema. Akt auf einer Treppe". Es zeigt wie durch eine Milchglasscheibe eine Frau Mitte Dreißig, die nackt eine Treppe in einer herrschaftlichen Villa herunterkommt. Schlinks mittlerweile 11. Roman spannt einen Bogen über vierzig Jahre. Die "Frau auf der Treppe" ist nun krebskrank und Anlass des Streites zwischen den drei Männern, die alle der Generation der 1968-er entstammen. So wie Schlink selbst.

Im Juli 2014 feierte er seinen 70.Geburtstag. Sein Vater, Edmund Schlink, war Professor für evangelische Theologie an der Universität von Heidelberg. Aufgewachsen im deutschen evangelischen Bildungsbürgertum, studierte er selbst Jura, wurde Hochschullehrer und Richter, bevor er Ende der 1980-er Jahre die Literatur für sich entdeckte. Mit "Der Vorleser" aus dem Jahr 1995 landete er einen Welterfolg, zahlreiche Bestseller folgten ebenso wie Auszeichnungen und Literaturpreise. Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz betrachtet er seine Romanfiguren nochmals und auch die Themen, die er in ihnen behandelt, äußert "Gedanken über das Schreiben".

Service

Bernhard Schlink, "Die Frau auf der Treppe", Roman, Diogenes Verlag, Zürich 2014

Bernhard Schlink, "Gedanken über das Schreiben. Heidelberger Poetik-Vorlesungen", Diogenes Verlag, Zürich 2013

Bernhard Schlink, "Selb" mit seinem Detektiv-Helden Gerhard Selb, Krimi-Trilogie, Diogenes Verlag, Zürich 2010

Bernhard Schlink, Geschichtensammlung "Sommerlügen", Geschichtensammlung, Diogenes Verlag, Zürich 2010

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