Radiodoktor - das Ö1 Gesundheitsmagazin

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Arbeiten im Krankenstand - zwischen Tabubruch und Wiedereinstiegshilfe

Expertinnen für den genauen Blick - Radiologietechnologinnen und biomedizinische Analytikerinnen

Arbeiten im Krankenstand - zwischen Tabubruch und Wiedereinstiegshilfe

"Teilarbeitsfähigkeit sichert Arbeitsplätze, hilft Arbeitgebern und Arbeitnehmern", heißt es seitens der Wirtschaftskammer, die sich in Zukunft einen Teilzeitkrankenstand wünscht. Jemand, der am Computer arbeitet, müsste durch einen verstauchten Finger oder Knöchel nicht komplett ausfallen. Er könnte für eine bestimmte Zeit andere Tätigkeiten an einem "Schon-Arbeitsplatz" ausüben oder auch die Arbeitszeit reduzieren. Doch das ist derzeit gesetzlich nicht möglich, denn Arbeitnehmerinnen können in Österreich nur zu jeweils hundert Prozent krank oder arbeitsfähig geschrieben werden. Ein Arbeitnehmer ist verpflichtet, sich im Krankenstand komplett zu erholen, sodass er so rasch wie möglich wieder ganz in den Job zurückkehren kann. Mittelwege wie zum Beispiel in Schweden, Dänemark oder der Schweiz gibt es hierzulande noch nicht.
Nun verhandeln die Sozialpartner seit kurzem über das Modell eines flexiblen Wiedereinstiegs nach längerer Krankheit. Diese Variante könnte vielen Betroffenen durchaus helfen. Denn Menschen nach einem Herzinfarkt, nach einer Krebserkrankung oder nach anderen gravierenden Beschwerdebildern müssen nach Ende des Krankenstandes zunächst mal zu 100 Prozent in den alten Job zurückkehren. 2013 gab es etwas mehr als 136.000 Krankenstände, die länger als sechs Wochen gedauert haben. Diese wurden in erster Linie von psychischen Beschwerdebildern (Depressionen etc.) sowie Krebserkrankungen verursacht. Die drittgrößte Gruppe sind Erkrankungen des Bewegungsapparates.
Laut jüngstem Fehlzeitenreport sind im Jahr 2012 durch Krankenstände und Unfälle volks- und betriebswirtschaftliche Kosten in der Höhe von etwa 8,6 Milliarden Euro oder 2,7 Prozent des BIP entstanden.
Alexandra Rotter hat drei Ärztinnen vor das Mikrophon gebeten, um medizinische Klarheit in das Begriffsdickicht von Teilkrankenstand und Wiedereinstiegshilfe zu bringen, bzw. um die sich dahinter verbergenden Begehrlichkeiten der Wirtschaft und die auch durchaus vorhandenen Vorteile für Arbeitnehmerinnen zu beleuchten.

Expertinnen für den genauen Blick - Radiologietechnologinnen und biomedizinische Analytikerinnen

Unsere Serie über die MTD-Berufe geht in die letzte Runde. In den vergangenen Monaten berichteten wir über die Orthoptistinnnen, Diätologinnen, Logopädinnen, Ergotherapeutinnen und Physiotherpeutinnen. Zwei Berufsgruppen fehlen noch im Reigen der 7 MTDs - der Gehobenen Medizinischen Technischen Dienste. Diese arbeiten zwar auch am Menschen- aber etwas anders als die vorher genannten. Es sind die Radiologietechnologinnen und Biomedizinischen Analytikerinnen. Früher waren diese Berufe unter Röntgenassistentin und MTA - also Medizinisch technische Assistentin - bekannt. Im Zuge der Umwandlung der Ausbildungen von Schulen bzw. Akademien in Fachhochschulen erfolgten die Namensänderungen.
Für Radiologietechnologinnen und Biomedizinische Analytikerinnen sind die Jobaussichten nach wie vor gut. Was vielleicht weniger bekannt ist - auch diese beiden Berufsgruppen dürfen laut Gesetz so wie die anderen fünf "Schwesterndisziplinen" freiberuflich arbeiten.
Andrea Kugi, selbst Ergotherapeutin, hat mit jeweils einer Vertreterin dieser Berufsgruppen gesprochen.

Service

Weiterführende Informationen zum Beitrag über Teilkrankenstand:

Interviewpartnerinnen:
Dr.in Susanne Schunder-Tatzber, MAS, MBA, MSc
Präsidentin der Österreichischen Akademie für Arbeitsmedizin und Prävention
Kierlingerstraße 87
A-3400 Klosterneuburg
Tel: +43/2243/243 110
E-Mail
Homepage

Dr.in Christine Klien, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Arbeitsmedizin
ameco health professionals GmbH
Rheinstraße 61
A-6900 Bregenz
Tel: +43/5574/2021031
E-Mail
Homepage

Dr.in Eva Höltl, Leiterin des Gesundheitszentrums - Work Health Center der ERSTE BANK
Werdertorgasse 5/DG
A-1010 Wien
E-Mail
Homepage

Weiterführende Informationen zum Beitrag über die 7 Medizinisch Technischen Dienste:

Interviewpartnerinnen:
Lidija Damnjanovic, stellvertretende leitende Radiologietechnologin an der Röntgenordination in der Confraternität Wien
Univ. Prof. Dr. Wolfgang Dock und Dr. Helmuth Mendel
Skodagasse 32
A-1080 Wien
Tel: +43/1/4053193

Gundi Gittler, Biomedizinische Analytikerin
Pilzambulatorium Schlösselgasse
Schlösselgasse 19
A-1080 Wien
Tel: +43/1/408 08 81
E-Mail
Homepage

Weitere Anlaufstellen und Info-Links:

rtaustria - Verband der RadiologietechnologInnen Österreichs
Johannes Gutenberg-Straße 3
A-2700 Wiener Neustadt
Tel:+43/(0)664/1444060
E-Mail
Homepage

Buchtipps:
Karin Haller
Sono-Guide für RadiologietechnologInnen
Verlag: Thieme. Stuttgart; Auflage: 1 (1000)
ASIN: B00GM5BEN4

Tina Hartmann (Herausgeber), Martina Kahl-Scholz
Fachwissen MTRA: Für Ausbildung, Studium und Beruf (Springer-Lehrbuch)
Verlag: Springer; Auflage: 2014 (13. Oktober 2014)
ISBN-13: 978-3662437124
Schwarzmüller Gabriele
Angewandte Magnetresonanztomographie. Grundlagen und Anwendungen
Verlag: facultas.wuv; Auflage: 2., akt. (REV). (10. Dezember 2012)
ISBN-13: 978-3708908779


biomed austria - Österreichischer Berufsverband der Biomedizinischen AnalytikerInnen
Grimmgasse 31
A-1150 WIEN
Tel. +43/1/817 88 27
E-Mail
Homepage
Ausbildungsstätten in Österreich

Buchtipps:
Gudrun Lang
Histotechnik: Praxislehrbuch für die Biomedizinische Analytik
Springer; 4. Oktober 2012; Taschenbuch: 427 Seiten
ISBN-13: 978-3211331415

Maria Mulisch (Herausgeber), Ulrich Welsch (Herausgeber)
Romeis - Mikroskopische Technik
Verlag: Spektrum Akademischer Verlag; 18. Aufl. 28. April 2010
ISBN-13: 978-3827416766

Bruno P. Kremer
Das große Kosmos-Buch der Mikroskopie
Franckh Kosmos Verlag; 2. Auflage: 10. Juni 2010
ISBN-13: 978-3440125335

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