Der gebändigte Strom

Ein Strom wird gebändigt. Zur Geschichte der Wiener Donauregulierung. Mit Severin Hohensinner, Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement an der Universität für Bodenkultur Wien.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Blickt man heute, etwa von der Reichsbrücke, auf den sehr geradlinigen Lauf der Wiener Donau, dann lässt sich kaum mehr etwas von der weit verzweigten und stets "wandernden" Auen- und Flusslandschaft erahnen, die es hier einmal gab und die jede Schiffsreise zu einem Abenteuer machte. Letzte verbliebene Zeugen dieser Zeit des alten Gewässernetzes sind der Donaukanal und die Alte Donau.

Die zahlreichen Donauarme waren früher durchsetzt von Inseln. Die Menschen nutzten diese Insellandschaft bereits im Mittelalter intensiv. Man rodete das Holz, um Brenn- oder Bauholz zu gewinnen, oder nutzte die Inselflächen als Wiesen und Weiden. Auch die Versuche, die Donau zu bändigen, begannen früh: Bereits im 14. Jahrhundert wurde ein sogenannter "Wasserkünstler" namens Kaspar Hartneid aus Augsburg beauftragt, den "Wiener Arm", also den heutigen Donaukanal, mit einer Art Wasserpflug soweit auszutiefen, dass auch große Schiffe bis zur Stadt fahren konnten - das Vorhaben scheiterte allerdings.

Erst mit der Donauregulierung zwischen 1870 und 1875 konnten nachhaltige Erfolge für die Schifffahrt erzielt werden. Doch als Hochwasserschutz war auch diese Regulierung nicht geeignet: Beim großen Hochwasser, 1954, standen abermals angrenzende Bezirksteile Wiens an die Donau unter Wasser. Zwischen 1972 und 1988 folgte dann die sogenannte "Zweite Wiener Donauregulierung", im Zuge derer auch die Donauinsel entstand. Die heutige Freizeitoase ist also primär ein Produkt des Hochwasserschutzes.

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