Frau in Bewegungsunschärfe, grelle Kunstblume

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Dandy, Flaneur und Kunstkritiker

Teil 2 - Zum 150. Todestag von Charles Baudelaire
Von Nikolaus Halmer

Charles Baudelaire verstand sich als Dandy, als Künstlerphilosoph, als "ein Virtuose der Lebenskunst" und er versuchte, sein eigenwilliges Denken durch die ästhetische Inszenierung seiner äußeren Erscheinung zu dokumentieren. Ständig war der Dichter um Originalität bemüht. Baudelaire wollte anders sein als die anderen, er provozierte und ging auf Distanz zur verachteten Mitwelt. Er wollte nicht gefallen, sondern überraschen. Dies praktizierte er als Flaneur in Paris, wo er seine Eindrücke in literarische Momentaufnahmen von zeitloser Schönheit destillierte. Die Kunst, forderte Baudelaire, sollte bizarr sein. Ein Statement, das er in seiner Beschäftigung mit Gemälden von Delacroix, Daumier oder Goya beherzigte.

Service

Literatur

Charles Baudelaire: Sämtliche Werke und Briefe in acht Bänden, Carl Hanser Verlag

Charles Baudelaire: Les Fleurs du Mal/Die Blumen des Bösen, übersetzt von Simon Werle, Rowohlt Verlag

Walter Benjamin: Charles Baudelaire, suhrkamp taschenbuch wissenschaft, Band 47

Roberto Calasso: Der Traum Baudelaires, Carl Hanser Verlag

Robert Kopp/Georges Poulet: Wer war Baudelaire? , Albert Skira Verlag, antiquarisch erhältlich

Robert Kopp: Baudelaire. Le soleil noir de la modernité, Gallimard

Jean-Paul Sartre. Baudelaire. Ein Essay, rororo Band 4225

Jean Starobinski: Melancholie im Spiegel, Carl Hanser Verlag

Karlheinz Stierle: Der Mythos von Paris. Zeichen und Bewusstsein der Stadt,
Carl Hanser Verlag

Karin Westerwelle (Hg.): Charles Baudelaire. Dichter und Kunstkritiker, Königshausen und Neumann Verlag

Karin Westerwelle: Baudelaire und Paris. Flüchtige Gegenwart und Phantasmagorie, Wilhelm Fink Verlag; im Erscheinen begriffen

Cornelia Wild: Später Baudelaire. Praxis poetischer Zustände, Wilhelm Fink Verlag

L´Oeil de Baudelaire; Ausstellungskatalog Musée de la Vie romantique, Paris

Sendereihe

Gestaltung