Albrecht von Wallenstein

APA/REPRO/HARALD KRACHLER

Radiokolleg

Radiokolleg - Der Kriegsunternehmer

Albrecht von Wallenstein (1). Gestaltung: Robert Weichinger

Der Historiker Golo Mann, nannte Wallenstein (richtig wäre Waldstein, "Wallenstein" hat sich nicht zuletzt dank Schillers Dramen-Trilogie durchgesetzt) "einen Wolf ohne Rudel". Wallenstein besaß zwar militärische und politische Machtfülle, er war einer der reichsten Männer seiner Zeit, und dennoch war er am Ende seines Lebens seinen Feinden ausgeliefert.

1634 wurde Wallenstein auf kaiserlichen Befehl hin ermordet, obwohl ihm der vormalige Erzherzog und spätere Habsburger Kaiser Ferdinand II. viel zu verdanken hatte.
Wallenstein brachte es in einer Zeit bitterster Not, Verwüstungen und Hunger zu erstaunlichem Reichtum. Seine Ländereien in Mähren und das Herzogtum Friedland in Nordböhmen organisierte er nach vorkapitalistischen Grundsätzen, Wallenstein war stets auf Gewinnmaximierung bedacht.

Er ließ kriegsnotwendige Waren auf seinen Ländereien herstellen und beteiligte sich an einem Münzkonsortium, das für ihn selbst am meisten abwarf. Sein Reichtum gestattete ihm, dem Kaiser Geld zu leihen und eigene Truppen anzuwerben. Im Gegenzug erhielt er das Recht auf feindlichem Gebiet Kontributionen und Naturalien einzuheben. Der Kriegsunternehmer Wallenstein war ein Karrierist im Dienste Habsburgs.

Im Laufe des Dreißigjährigen Kriegs wurde er zum Generalissimus, führte die kaiserlichen Truppen zu Siegen über die Dänen und später über die Schweden, er wurde zum mächtigsten Player auf katholischer Seite gleich hinter dem Kaiser selbst.
Als er schließlich zu mächtig schien, wendete sich das Blatt.
Nachdem er Kommandeure seines Heeres auf seine Person und nicht die des Kaisers Ferdinand vereidigt hatte, brachte er den Herrscher des Heiligen Römischen Reiches und dessen Gefolgschaft gegen sich auf. Unter dem Vorwand, Wallenstein hätte eigenmächtig Friedensverhandlungen betrieben, wurde er abgesetzt und von Kaisertreuen in Eger ermordet. Sein Vermögen wurde konfisziert, die durch den lang währenden Krieg leeren Reichskassen ließen sich so wieder auffüllen.

Service

Friedrich Schiller: Wallensteins Lager. Die Piccolomini und Wallensteins Tod, Reclam
Ricarda Huch: Wallenstein. Eine Charakterstudie, Insel-Verlag
Robert Rebitsch: Wallenstein. Biografie eines Machtmenschen, Böhlau
Robert Rebitsch (Hg.): Der Beginn des Dreißigjährigen Krieges, Böhlau
Golo Mann: Wallenstein. Sein Leben erzählt von Golo Mann, S. Fischer
C.V. Wedgwood: Der Dreißigjährige Krieg, Paul List Verlag

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