Michou Friesz

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Michou Friesz liest Ilse Aichinger

"Das Plakat" von Ilse Aichinger. Es liest Michou Friesz. Gestaltung: Edith Vukan. Präsentation: Stefanie Zussner

Die Situation ist alltäglich: Eine Station der Stadtbahn um die Mittagszeit, auf dem einen Bahnsteig ein Mann, der Plakate aufklebt, auf dem anderen eine Frau mit Kind. Das neue Plakat zeigt einen Jungen am Strand, der lachend für ein Ferienlager wirbt. Zwischen der einen Seite und der anderen steht die Tafel mit der Aufschrift: "Das Betreten der Schienen ist verboten!" Ungeduldig versucht das Kind, den Jungen auf dem Plakat in sein Spiel miteinzubeziehen, ihn zum Tanzen zu bewegen, sich ihm anzunähern.

Ilse Aichinger und ihre Zwillingsschwester Helga wurden am 1. November 1921 als Töchter einer jüdischen Ärztin und eines nichtjüdischen Lehrers in Wien geboren. Sie wuchsen in Linz auf. Als sich der Vater scheiden ließ, zog die Mutter mit den Kindern wieder nach Wien, wo Ilse Aichinger die meiste Zeit bei ihrer jüdischen Großmutter bzw. in Internaten lebte. Ihre schriftstellerische Laufbahn begann bald nach Kriegsende; ihr Debütroman "Die größere Hoffnung" erschien 1947. Ilse Aichinger ist auch die Autorin von Erzählungen, Gedichten und Hörspielen.

Service

Ilse Aichinger, "Das Plakat" aus "Der Gefesselte. Erzählungen. 1948-1952". Taschenbuchausgabe in acht Bänden. Herausgegeben von Richard Reichensperger. Fischer Taschenbuch Verlag, 1991

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