Schon gehört?

Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung.
1. Filmabend im Spielboden Dornbirn
2. Formen der Erinnerung im Volkskundemuseum
3. Literaturtage in Hall in Tirol

Nico, 1988
Sie war Andy Warhols Original Factory Girl, Lou Reeds Muse und eine Ikone der 1960er Jahre: Nico. Die deutsche Christa Päffgen war das erste deutsche Supermodel und Sängerin der Gruppe "Velvet Underground". Sie wurde 1938 in Köln geboren und starb 1988 auf Ibiza. Bis heute gilt sie als eine Ikone ihrer Generation. Die italienische Filmemacherin Susanna Nicchiarelli erzählt in ihrem Film "Nico, 1988" die zwei letzten Jahre im Leben der deutschen Musikerin. Zu sehen ist dieser am 4. und 5. September um 19 Uhr 30 im Spielboden in Dornbirn. Die Regisseurin taucht dabei tief ein in das Leben einer tragischen, aber bemerkenswerten Frau, die von der dänischen Schauspielerin und Sängerin Trine Dyrholm dargestellt wird.

Formen der Erinnerung
Seit Beginn der Jugoslawienkriege sind mehr als 25 Jahre vergangen. Sie haben in Europa die Vorstellung erschüttert, dass die nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebauten Strukturen einen dauerhaften Frieden sichern würden. Auf dem Balkan bestehen die Konflikte in Form politischer, wirtschaftlicher, symbolisch-kultureller und erinnerungspolitischer Auseinandersetzungen zwischen und innerhalb der Nachfolgestaaten bis heute weiter. In Jugoslawien und auch in Österreich leben hunderttausende Menschen, die in diesen Kriegen gekämpft haben, die vor ihnen geflohen sind, die Angehörige sowie Hab und Gut verloren haben. Für viele ist der Krieg Teil des Alltags geblieben. Durch die Zerstörung der Jugoslawischen Gesellschaft verschwanden soziale Institutionen und mit ihnen gesellschaftliche Bezugsrahmen und die Sicherheit persönlicher Netzwerke. Wie reagieren die Menschen darauf? Wie lässt sich mit solchen Kriegen und den unvermeidlich traumatischen Erfahrungen der Beteiligten so umgehen, dass die Konflikte nicht auf die nächsten Generationen übertragen werden und andere - gewaltfreie - Möglichkeiten der Konfliktlösung möglich werden? Damit beschäftigt sich das Projekt "Testimony - Truth or Politics. Formen der Erinnerung an die Jugoslawienkriege" im Wiener Volkskundemuseum, das im Rahmen einer Ausstellung noch bis 30. September zu sehen ist. Die Schau beschäftigt sich mit Erinnerungskultur und Gedenkpraktiken. Die Grundlage dafür bildet ein Audio-Archiv von über 200 Gesprächen, außerdem sind Werke von 15 Künstlern und Künstlerpaaren zu sehen.

Literaturtage Sprachsalz
Abgründig und absurd, hochaktuell und politisch - das Spektrum der vorgestellten Texte und Bücher bei den 16. Literaturtagen Sprachsalz (14.-16. September) präsentiert sich auch in diesem Jahr literarisch wie inhaltlich welthaltig: Que Du Luu, Serhij Zhadan und David Schalko erzählen von den Folgen von Krieg und Gewalt. Jaroslav Rudis widmet sich der samtenen Revolution in Prag und Zora del Buono den Geheimnissen der Menschen und der Orte, an denen sie leben. Der Verleger und Schriftsteller Bernd Schuchter eröffnet das Festival mit der traditionelle Lesung durch einen Tiroler Autor: In "Herr Maschine oder vom wunderlichen Leben und Sterben des Julien O?ray de La Mettrie" porträtiert Schuchter den französischen Arzt und Philosophen, der das Konzept des Menschen als Maschine vorformuliert hat und damit nicht nur die konservativen Kräfte im Europa des 18. Jahrhunderts gegen sich aufbrachte. Abgerundet wird das Programm durch den Sprachsalz-Club, bei dem über das Schreiben geredet wird und Sprachsalz-Mini, das Programm zum Mitmachen für Kinder.

Service

Spielboden Dornbirn
Volkskundemuseum Wien
Literaturtage Sprachsalz

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