Das unsichtbare Hochhaus

1932 - Hochhaus Herrengasse

Pläne für den Bau von Hochhäusern nach amerikanischem Vorbild kursierten schon im Roten Wien, aber verwirklicht wurde Wiens erstes "Hochhäusl", wie es liebevoll genannt wurde, dann von den Christdemokraten im Jahr 1932. Nicht am Stadtrand, sondern, zur Empörung vieler, inmitten der barocken Häuserlandschaft im Ersten Bezirk. Die Architekten Siegfried Theiss und Hans Jaksch setzten ihr Vorhaben allerdings genial um. Durch mehrere Abstufungen nach oben hin bleibt die wahre Höhe von Passant/innen fast unbemerkt.

"Es gibt keine Straße, die direkt auf eine Front des Hochhauses zuführt. Selbst die Herrengasse führt daran vorbei, und man kann das Hochhaus eigentlich nicht sehen und viele Leute wissen gar nicht, dass hier überhaupt ein Hochhaus ist", erklärt Isabelle Spitzy. Sie ist Innenarchitektin und kümmert sich um die behutsame Renovierung und Adaptierung der 225 Wohnungen. Unten in der großzügigen Eingangshalle empfängt auch heute noch der Portier alle Bewohner/innen. 53 Meter hoch ist der Wohnturm, 8 Stiegen gibt es, verbunden durch zwei Innenhöfe.

Architektur: Siegfried Theiss & Hans Jaksch
Fertigstellung: 1932
Adresse: 1010 Wien, Herrengasse 6-8

Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Service

Mit der Sendereihe "Hundert Häuser" wird eine Geschichte Österreichs anhand seiner Architektur erzählt - vom Jahr 1918, in dem am 12. November die Erste Republik ausgerufen wurde, bis zur Gegenwart. Für jedes Jahr steht ein historisch bedeutendes, architektonisch spannendes oder eine Epoche prägendes Bauwerk, das in jeweils einem Radiobeitrag porträtiert wird. Zu hören ist die hundertteilige Reihe von Montag bis Donnerstag um 17:25 Uhr, von Mitte Mai bis 12. November 2018.

Hochhaus Herrengasse

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