Lithografie, Buchcover

LIMMAT VERLAG

Zwei Töne

"Carlo, der Narr". Von Aline Valangin. Es liest Katharina Stemberger. Gestaltung: Gudrun Hamböck.

Der geistig zurückgebliebene Carlo wohnt im Privatheim der Dachdeckerwitwe und erledigt kleine Botengänge. Manchmal darf er im eleganten Wagen der Sciora mitfahren. Wenn er singt, beginnt es meistens zu regnen. Als ihm die Sciora eine Mundharmonika schenkt, spielt er begeistert immer die gleichen beiden Töne. Sie sind an unterschiedlichsten Stellen im ganzen Dorf zu hören. Und irgendwoher kommen sie der Sciora bekannt vor.

Aline Valangin, geboren 1889 und aufgewachsen in Bern, zur Pianistin ausgebildet und mit dem Anwalt Wladimir Rosenbaum verheiratet, empfing und betreute im Zürich der 1930er-Jahre in ihrem Haus Emigranten und Künstler. Sie war Psychoanalytikerin, Publizistin und Schriftstellerin. Befreundet mit dem antifaschistischen Schriftsteller Ignazio Silone und in zweiter Ehe verheiratet mit dem Komponisten Wladimir Vogel, lebte sie ab 1936 bis zu ihrem Tod 1986 im Tessin.

Die meisten ihrer "Tessiner Erzählungen" entstanden und spielen im Bergdorf Comologno der 1930er- und 1940er-Jahre. Valangin zeichnet das harte Dorfleben und die Charaktere der kleinen Gemeinschaft in klaren, intensiven Bildern, ohne ein Idyll zu entwerfen oder sich im Elend zu wälzen.

Service

Aline Valangin, "Carlo, der Narr" aus "Tessiner Erzählungen", Limmat Verlag Zürich, 2018

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