Bertolt Brecht

Bertolt Brecht - AP/SUB

Brechts episches Theater, in Wienerischer Fassung

"Mutter Courage und ihre Kinder". Von Bertolt Brecht. Mit Lya Dulizkaya, Elisabeth Danihelka, Wolfgang Gasser, Kurt Sobotka, Ossy Kollmann, Erwin Groß, Guido Wieland, Walter Gellert, Elisabeth Stiepl, Christian Futterknecht u.a., Musik: Paul Dessau; Regie: Edwin Zbonek (ORF, 1972)

Brechts 1938/'39 im schwedischen Exil verfasstes Drama steht beispielhaft für sein Konzept des epischen Theaters. Die Zuschauenden sollen distanziert und kritisch das Bühnengeschehen analysieren. Nicht Mitgefühl und Emotionen sind das Ziel, sondern gesellschaftskritische Erkenntnisse und - daraus folgend - gesellschaftlich relevantes Handeln.

Mutter Courage spielt im Dreißigjährigen Krieg. Sie, die Marketenderin, lebt vom Krieg. Der Krieg nimmt ihr ihre Söhne, am Tod des jüngeren wird sie durch ihre Profitgier mitschuldig. Dennoch bejaht die Courage den Krieg und hofft auf dessen Fortsetzung ...

Brechts Theaterstück gilt als Warnung an die, die 1938/'39 noch hofften, durch geschicktes Handeln mit dem Krieg umgehen zu können. Aus heutiger Sicht ist die "Courage" ein Stück, dass sich gegen Glaubenskriege und Nationalismen richtet. In der Zeit des Kalten Kriegs wurden Brechts Werke von vielen als kommunistische Propaganda gedeutet und abgelehnt. Zwischen 1953 und 1963 hat keine der großen Bühnen Wiens Werke von Bert Brecht aufgeführt. Die erste große Wiener Bühne, die diesen "Brecht-Boykott" beendete, war das Wiener Volkstheater 1963 mit "Mutter Courage und ihre Kinder" mit Dorothea Neff in der Hauptrolle (Regie: Gustav Manker). Die ORF Hörspielfassung erstand neun Jahre später, unter der Regie des späteren langjährigen Leiters des Theater der Jugend, Edwin Zbonek.

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