Influencer werden auf der Fashionweek auf der Straße fotografiert

AP/LUCA BRUNO

Traumberuf Influencer/in?

1. Ein Blick hinter die Kulissen der inszenierten Glamour-Welt

2. Übermacht im Netz
Wie wir unser Leben von den Datenkonzernen zurückerobern
Gestaltung: Ulla Ebner

1. Ob Schminktipps, Life-Hacks, Challenges, Geschichten aus ihrem Leben oder Gedanken zu einem Thema: Influencerinnen und Influencer scheinen die Themen, um ihre Fans zu unterhalten, nie auszugehen. Tausende, wenn nicht gar Millionen haben ihre Social Media-Kanäle abonniert, um immer informiert zu sein, wenn sie ein neues Video hochladen, in dem sie von einem Urlaub berichten, neue Produkte testen, oder über die neuesten Trends berichten. Das Berufsbild ist neu, ihre Welt wirkt glamourös und stellt wohl für viele junge Menschen mittlerweile einen Berufswunsch dar. Hinter den Kulissen hat freilich längst eine Professionalisierung stattgefunden, um die Reichweite zu erhöhen und mit der Konkurrenz Schritt halten zu können. Denn nur, wer genug Klicks und Likes bekommt, verdient auch an seinen Videos. Die zufällig wirkende Aneinanderreihung von Videosequenzen ist wohl durchdacht, Sprache, Stimme und Auftreten sind den jeweiligen Inhalten angepasst und so spontan ein hochgeladenes Video auch wirken mag, es folgt mittlerweile in vielen Fällen einem Drehbuch, eigene Studios für die richtige Wohnzimmer-Atmosphäre verstehen sich da quasi fast von selbst. Bei der Gratwanderung zwischen Authentizität und dem Anpreisen von Produkten, die man auch direkt auf den jeweiligen Sozialen Medien kaufen können soll, gilt es, Trends so schnell wie möglich aufzugreifen, die Konkurrenz zu beobachten, nie aus der Rolle zu fallen und natürlich die Fans bei Laune zu halten. Sarah Kriesche porträtiert Lisa Stejskal, die den YouTube-Kanal "Cute Life Hacks DE" mit einer Viertelmillion Abonnenten betreibt, und wirft einen Blick hinter die Kulissen im harten Kampf um Likes und Klicks.

2. "Der unsichtbare Mensch", "Hass im Netz", "Lügen im Netz" - so heißen einige ihrer bisherigen Bücher. Am Dienstag hat die Journalistin und Buchautorin Ingrid Brodnig im Radiokulturhaus ihr neues Buch präsentiert: "Übermacht im Netz. Warum wir für ein gerechtes Internet kämpfen müssen". Darin analysiert die Autorin, wie die großen Hoffnungen, die viele Menschen noch vor zehn Jahren in das demokratische Potential des Internets gesetzt haben, enttäuscht wurden. Es geht um ungleich verteilten digitalen Wohlstand, um miserabel bezahlte Jobs in der Gig-Economy, um das Ausspionieren persönlicher Daten, politische Manipulation - aber auch darum, wie man wieder ein gerechteres, ein demokratischeres Internet schaffen könnte. Ulla Ebner hat mit Ingrid Brodnig über ihr neues Buch gesprochen.


Redaktion: Franz Zeller
Moderation: Wolfgang Ritschl

Service

Ingrid Brodnig: Übermacht im Netz. Warum wir für ein gerechtes Internet kämpfen müssen. Brandstätter Verlag
Madeleine Alizadeh: Starkes weiches Herz. Wie Mut und Liebe unsere Welt verändern können. Ullstein Verlag

Cute Life Hacks

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