Blick in das Kunstbuch "Die Arsenikesser"

SIMON BRUGNER/ORF

Gift, Droge, Wundermittel

Die Arsenikesser aus der Steiermark
Von Marlene Nowotny

Es ist ein - auf den ersten Blick - harmloses weißes Pulver, das schon in kleinster Dosis eine tödliche Wirkung hat: Arsen bzw. seine wichtigste chemische Verbindung, Arsenik. Über Jahrhunderte war es ein bekanntes und auch beliebtes Gift. Doch Arsen diente nicht nur dazu, unliebsame Artgenossen um die Ecke zu bringen. In kleinen Dosen bewirkte es wohl auch ein Gefühl der Befreiung, ein "seltsames Loswerden der Erdenschwere". Einer der Orte, an denen Arsenik als Droge, Medikament und Wundermittel konsumiert wurde, war die Steiermark. Bis in die 1970er Jahre dürfte es dort als Schönheitspulver, Stimulanz und Dopingmittel für Tier und Mensch zum Einsatz gekommen sein. Warum die Steiermark zu einem Hotspot des "Arsenikessens" wurde oder welche körperlichen Auswirkungen der Drogenkonsum hatte, darüber ist bis heute wenig bekannt. In der Bevölkerung herrscht allgemeinhin Stillschweigen und Zeitzeugen verraten nur wenig darüber.

Service

Simon Brugner, Rob van Hoesel (Hrsg.): "The arsenic eaters" Fotoband. Breda : The Eriskay Connection, 2018

Das Buch wird von 4. Oktober bis 6. Oktober 2019 bei der Vienna Art Book Fair an der Universität für Angewandte Kunst in Wien präsentiert.

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