Felix Draeseke

ROBERT STERL - GEMEINFREI

Fast vergessen? Ach was!

mit Peter Kislinger. Die vier aus Frankreich und Spanien stammenden Musikerinnen des in Salzburg beheimateten Constanze Quartetts mit den Streichquartetten Nr. 1 und 2 von Felix Draeseke.

Felix Draeseke (1835-1913), den Franz Liszt schätzte, wird die Zusätze "der fast vergessene" oder "unverdient vergessene Komponist der Neoromantik" nicht so recht los. Dies obwohl die vier Symphonien des "Recken", wie Liszt ihn titulierte, und das reiche Kammermusikschaffen dieses Vertreters der "Neudeutschen" auf Tonträgern bestens vertreten sind und auf Ö1 immer wieder programmiert werden. So war es im September 2017 in meinem "DesCis"-Lobpreis der beiden Quintette zu lesen. Schon vergessen?

Aus dem Konzertsaal ist seine Musik nach 1945 eher verschwunden. Ein Grund war das fatale, und völlig unverdiente, Interesse der Nationalsozialisten an dem in Coburg Geborenen, die ihn zu einem Vorläufer in deren Kampf gegen "entartete Musik" stilisierten.

Nicht nur Draesekes Streichquintette müssten eigentlich zum Standardrepertoire zählen, auch die beiden Streichquartette, erstmals vor zwölf Jahren vom Hölderlin Quartett auf CD aufgenommen. Sie lassen - beabsichtigte - stilistische Bezüge zu Beethoven und Mendelsohn Bartholdy erkennen, doch ist, wie der Draeseke-Kenner Christoph Schlüren im CD-Beiheft zitiert wird, Draesekes "äußerst farbenreiche, mit teils überraschenden Modulationen gespickte Sprache eine individuelle Weiterentwicklung der von Wagner und Liszt ausgehenden 'Fortschritts'-Haltung."

Das Constanze Quartett bewältigt die nicht unbeträchtlichen rhythmischen, kontrapunktischen und formalen Anforderungen dieser beiden Werke mit Bravour. Die angekündigte zweite CD mit seinem dritten Quartett und einem Jugendquartett sollten endgültig den enormen Rang Draesekes als Streichquartettkomponist festigen und die Floskel vom "fast vergessenen Komponisten" vergessen machen.

Service

Aktuelle Aufnahme:
Felix Draeseke (1835-1913)
Streichquartette Nr.1 & 2 (op.27 & op.35)
Constanze Quartett
CPO 8992780

Sendereihe

Gestaltung

Playlist

Komponist/Komponistin: Felix Draeseke/1835-1913
Album: Felix Draeseke Streichquartette Nr.1 & 2 (op.27 & op.35)
Titel: 2. Streichquartett op. 35
* 2. Satz - Scherzo. Allegro vivace
Ausführende: Constanze Quartett
Ausführender/Ausführende: Emiline Pierre, Violine
Ausführender/Ausführende: Esther Gutiérrez Redondo, Violine
Ausführender/Ausführende: Sandra Garcia Hwung, Bratsche
Ausführender/Ausführende: MarianPlatero, Violoncello
Länge: 04:50 min
Label: CPO 8992780

Komponist/Komponistin: Felix Draeseke/1835-1913
Album: Felix Draeseke Streichquartette Nr.1 & 2 (op.27 & op.35)
Titel: 2. Streichquartett op. 35
* 3: Satz - Adagio molto espressivo
Ausführende: Constanze Quartett
Ausführender/Ausführende: Emiline Pierre, Violine
Ausführender/Ausführende: Esther Gutiérrez Redondo, Violine
Ausführender/Ausführende: Sandra Garcia Hwung, Bratsche
Ausführender/Ausführende: MarianPlatero, Violoncello
Länge: 08:10 min
Label: CPO 8992780

Komponist/Komponistin: Carl Maria von Weber/1786 - 1826
Bearbeiter/Bearbeiterin: Gustav Mahler/1860 - 1911
Bearbeiter/Bearbeiterin: Friedemann Layer /1941 - 2019
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Theodor Hell/1775 - 1856
Titel: DIE DREI PINTOS / Komische Oper in 3 Akten /
Gesamtaufnahme / PS01/HM10878_H
* Vorspiel 2. Akt
Leitung: Friedemann Layer
Orchester: Orchester der Wiener Volksoper
Länge: 03:50 min
Label: Kahnt / Leih

Untertitel: Iiro Rantala / *1970
Album: Iiro Rantala MY FINNISH CALENDAR
Titel: November
Solist/Solistin: Iiro Rantala / Klavier
Länge: 04:00 min
Label: ACT 9882-2

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