Österreichs Oscar-Kandidat disqualifiziert, Navid Kermani im Gespräch, Traumabewältigung am Schauspielhaus

1. Oscars: Österreichs Kandidat disqualifiziert
2. Redner, Forscher, Romancier: Navid Kermani
3. Édouard Louis' "Im Herzen der Gewalt"

Beiträge

  • Oscars: Österreichs Kandidat disqualifiziert

    2008 und 2013 durfte Österreich jubeln, als "Die Fälscher" und Michael Hanekes "Amour" jeweils mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet wurden. Heuer wird es keinen österreichischen Oscarjubel geben. Das steht schon so gut wie fest, obwohl die Nominierungen erst im Jänner bekanntgegeben werden sollen. Denn die Academy hat den international mehrfach ausgezeichneten österreichischen Kandidaten "Joy" von Sudabeh Mortezai disqualifiziert. Der Grund: er ist nicht fremdsprachig genug.

  • Redner, Forscher, Romancier: Navid Kermani

    Navid Kermani, einer der einflussreichsten deutschen Intellektuellen ist derzeit auf Lesereise unterwegs. Der 51-jährige habilitierte Orientalist mit iranischen Wurzeln reist mit seinem neuen Buch "Morgen ist da. Reden". Am Dienstag gastiert er am Wiener Akademietheater. Navid Kermani ist einer der vielseitigsten Autoren: Als Wissenschaftler hat er etwa eine Studie über islamische Selbstmordattentäter verfasst, als Reporter hat er die Krisenregionen dieser Welt bereist, als Romancier einen 1.200-Seiten-Roman geschrieben, und: Navid Kermani ist ein glänzender Redner, der die öffentliche Rede zu einer Kunst gemacht hat. Das kann man jetzt in dem neuen Buch nachlesen, das er heute Abend präsentiert: eine Sammlung seiner bedeutendsten Reden aus den vergangenen 20 Jahren.

  • Édouard Louis' "Im Herzen der Gewalt"

    Mit der österreichischen Erstaufführung von "Im Herzen der Gewalt" im Wiener Schauspielhaus wird am Mittwoch erstmals eine Romanadaption des französischen Autors Édouard Louis auf einer österreichischen Bühne zu sehen sein. Am Freitag folgt gleich die zweite Louis-Dramatisierung, nämlich jene seines jüngsten Romans "Wer hat meinen Vater umgebracht" statt. Der junge Franzose Louis wird für seine autobiographischen Romane derzeit als Shooting-Star in der Literaturszene gefeiert. Sein Debüt aus dem Jahr 2014, in dem er seine Kindheit und Jugend geprägt von Armut, Alkoholismus und Homophobie in einem französischen Dorf beschreibt, wurde in über 20 Sprachen übersetzt und für zahlreiche Theaterproduktionen von Berlin bis New York adaptiert. In seinem zweiten Werk "Im Herzen der Gewalt" geht es um seine Vergewaltigung im Jahr 2012, die Tage nach dem traumatischen Erlebnis und seinen Umgang damit. Bei der Adaption im Wiener Schauspielhaus führt der künstlerische Leiter des Hauses, Tomas Schweigen, Regie.

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