Andrea Grill

BWAG/WIKIMEDIA - (CC BY-SA 4.0)

Ein fein skizziertes Frauenleben

"Cherubino". Von Andrea Grill. Es liest Gerda Lischka.

Zwei hochkarätige Bühnenengagements, zwei Männer und unvorhergesehener Nachwuchs - all diese Dinge will die 39-jährige Iris in ihr Sängerinnenleben integrieren. Sie hält die Schwangerschaft in Künstlerkreisen geheim und bleibt in ihrer beruflichen Planung zielstrebig. Als Mezzosopranistin, deren Karriereweg sie soeben ganz nach oben an die New Yorker Metropolitan Opera und zu den Salzburger Festspielen führt, agiert sie souverän. Auch die nahende Geburt plant Iris als gut organisierte Frau sorgsam und gelassen. Dann aber ist da noch die Tatsache, dass sie mit zwei Männern gleichzeitig liiert ist. Jeder der beiden könnte der Kindesvater sein: der lebhafte italienische Tenor Sergio, mit dem sie seit langem in einer offiziellen Beziehung lebt, aber auch der verheiratete Ludwig. Ihm ist Iris durch eine starke Sehnsucht und innere Nähe verbunden. Nicht immer gelingt Iris eine nüchterne Betrachtung ihres künftigen Lebens mit Kind, und sie weiß, dass Entscheidungen folgen müssen.


Nach Studienaufenthalten in mehreren Ländern promovierte die 1975 in Bad Ischl geborene Autorin Andrea Grill an der Universität Amsterdam in Biologie. In ihrem 2015 erschienenen Roman "Das Paradies des Doktor Caspari" thematisierte sie die ungewöhnichen Aktivitäten eines Naturwissenschafters rund um eine aussterbende Schmetterlingsart.

Ihr Romandebüt legte die Schriftstellerin 2008 mit "Tränenlachen" (Otto Müller Verlag) vor. Gedichtbände präsentierte sie 2011 mit "Happy Bastards" und 2014 mit "Safari, Innere Wildnis".

2007 nahm Andrea Grill am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb teil. Sie ist Trägerin des Förderpreises für Literatur der Stadt Wien 2013 und wurde mit ihrem jüngsten Werk "Cherubino" im August dieses Jahres auf die Longlist für den "Deutschen Buchpreis 2019" gereiht.

Service

Andrea Grill, "Cherubino", Roman. Zsolnay Verlag, 2019

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