Die App Lernsieg wird auf einem iPhone geöffnet

APA/GEORG HOCHMUTH

"Lehrer sind keine Toaster"

1. Über digitale Feedbackkultur und Sternchen-Bewertung
Gestaltung: Julia Gindl, Johanna Hirzberger, Franz Zeller, Anna Masoner

2. Techno-Geschäfte mit dem Alter
Wo es bei Assistenzsystemen für Ältere hakt
Gestaltung: Sarah Kriesche

1. Die App "Lernsieg" hat in den letzten zwei Wochen für viel Aufregung gesorgt. Die Lehrerbewertungs-App soll Schülerinnen und Schülern eine Stimme im Schulsystem geben, wünschte sich App-Entwickler Benjamin Hadrigan. Nach vier Tagen Sternchen-Vergabe wurde die App wieder offline genommen, dem 18 Jährigen Entwickler wurden zahlreiche Hass-Nachrichten geschickt. Matrix hat bei Schülerinnen, Lehrern und bei der Wiener Bildungsdirektion nachgefragt, ob man Lehrkräfte wie im Internet üblich mit Sternchen bewerten soll, wie derzeit der Unterricht evaluiert werden kann und wie sich die Feedbackkultur an Schulen verändern soll.

2. Technische Entwicklungen, um ein autonomes Leben im Alter zu unterstützen haben vor allem im letzten Jahrzehnt eine große wirtschaftliche Aufmerksamkeit bekommen. Nicht zuletzt, weil die sogenannten "Silverager" eine lukrative Zielgruppe darstellen. In der "Baby Boomer" - Generation, die bald das Pensionsalter erreichen wird, dreht sich vieles um die Frage, was Technik leisten kann, um auch im hohen Alter eine gute Lebensqualität zu ermöglichen.

In Österreich gibt es dazu acht Testregionen, in denen Geräte wie Sensoren und Kameras in Testhaushalten installiert sind, um die Akzeptanz und den Nutzen zu evaluieren. Sogenannte "AAL-Systeme", die Kurzform für "Active Assisted Living", stellen auf den ersten Blick eine win-win-Situation dar: Seniorinnen und Senioren können selbstbestimmt zu Hause wohnen, Pflegeheime werden entlastet, der Staat spart sich Geld. Die Probleme, weshalb viele Entwicklungen bei Seniorinnen und Senioren dennoch nicht auf die gewünschte Euphorie stoßen, beginnen bei einer - oft falschen - Annahme im Design. Nämlich, dass die Kundinnen und Kunden in spe aufgrund von Beeinträchtigungen durch das Alter bereits einem Leidensdruck unterliegen, weshalb sie Assistenzsysteme benötigen. Viele Seniorinnen und Senioren sind körperlich allerdings sehr fit, sehen keinen direkten Nutzen und finden im besten Fall, dass derartige Assistenz-Systeme eher anderen dienlich sein können.

Sarah Kriesche spricht darüber mit Ulrike Bechtold vom Institut für Technikfolgenabschätzung, die sich in ihrer Arbeit "Active Assisted Living"-Systemen widmet und in ihrer jüngsten Forschung für die Stadt Wien auch der Frage nachgegangen ist, wie wir älter werden wollen und was technische Hilfsmittel leisten sollen.

Redaktion: Franz Zeller, Julia Gindl
Moderation: Wolfgang Ritschl

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