Hörspielaufnahmen in einem Nachtclub

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Ein Nachtclub als utopisch-dystopischer Ort

"Tram 83". Hörspiel nach dem gleichnamigen Roman von Fiston Mwanza Mujila. Aus dem Französischen von Katharina Meyer und Lena Müller. Mit Barbara Petritsch, Christoph Luser, Peter Knaack, Daniel Lommatzsch, Falk Rockstroh, Mavie Hörbiger, Katharina Lorenz, Nany Mensah-Offei, Philipp Hauß, Marta Kizyma, Talulah und Billie Bamforth. Ton: Anna Kuncio und Manuel Radinger. Musik: Thomas Kürstner und Sebastian Vogel. Bearbeitung und Regie: Philipp Hauß (ORF/NDR 2019)

Fiston Mwanza Mujila ist ein kongolesischer französischsprachiger Schriftsteller, der seit 2009 in Graz lebt. Sein Romandebüt "Tram 83" stand 2015 auf der Longlist des Man Booker International Prize und wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Internationalen Literaturpreis - Haus der Kulturen der Welt 2017 und dem Peter-Rosegger-Literaturpreis 2018.

Der Burgschauspieler Philipp Hauß hat "Tram 83" für das Radio inszeniert, unter seiner Regie werden in der Hörspielfassung von "Tram 83" bekannte Burgschauspieler/innen zu hören sein.

Wie der Roman erzählt das Hörspiel vom Schriftsteller Lucien, von seinen Versuchen, literarisch von diesem utopisch-dystopischen Ort, dem Nachtclub "Tram 83", zu erzählen. Aber nicht die Handlung oder die Entwicklung der Figuren - außer Lucien noch Requiem, der Verleger Malingeau, Emilienne, die Diva der Eisenbahntrassen und die Küken - stehen im Vordergrund, sondern der Klang dieser Welt. Das, was Literatur, sowohl der Roman selbst als auch das Schreiben Luciens im Roman, in Worte, die aufeinanderfolgen, fasst, versucht das Hörspiel gleichzeitig und ohne Worte zu erzählen.

"Tram 83" ist trotz aller Kongo-Bezüge ein fiktiver Ort, also keine Dokumentation einer afrikanischen Community, sondern der Traum einer Bar, die Fantasie über eine Bar. "Das Hörspiel soll", so Philipp Hauß ,"keine Nach-Erzählung des kompletten Romans sein, sondern ein Hör-Eindruck, als habe man eine Nacht mit Tschechow und Beckett in einer von Hieronymus Bosch eingerichteten Bar am Ende der Welt verbracht ...".

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