Hugo von Hofmannsthal

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Die Tag- und Nachtseite der Frau

100 Jahre Salzburger Festspiele. "Lucidor". Von Hugo von Hofmannsthal.

"Es ist den Menschen im Allgemeinen nicht gegeben, zu sehen, was ist", heißt es leichthin in Hugo von Hofmannsthals Erzählung "Lucidor" über den Dreh- und Kipppunkt ihrer Handlung: nämlich jener Verkleidung, die aus dem Mädchen Lucile den Knaben Lucidor macht.

Am Anfang stehen in dieser Geschichte die Geldsorgen der verarmten adeligen Witwe von Murska und die Suche nach einer rettenden Partie für ihre ältere Tochter Arabella, am Ende steht die Liebe. Und dazwischen gibt es Rollenwechsel bei Tag und bei Nacht.

Wer die Strauss-Oper "Arabella" kennt, dem könnte einiges bekannt vorkommen. Für die erst nach Hofmannsthals Tod uraufgeführte Oper arbeiteten der Komponist Richard Strauss und der Dichter ein letztes Mal zusammen - und Hofmannsthal spann im "Arabella"-Libretto den Stoff seiner fast zwei Jahrzehnte zuvor veröffentlichten Erzählung weiter. Der Schriftsteller mit dem unüberschaubar vielseitigen Werk hatte lange vorgehabt, seinen "Lucidor" einer weiteren Bearbeitung zuzuführen. Die Erzählung trug schon bei ihrer Ersterscheinung den Untertitel "Figuren zu einer ungeschriebenen Komödie".

Gestaltung: Antonia Löffler

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"Lucidor. Figuren zu einer ungeschriebenen Komödie". Hugo v. Hofmannsthal.

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