Autos vor einer Autofirma in Tschechien.

AFP/MICHAL CIZEK

Corona-Blechschaden

Der Auto-Weltmeister Tschechien sucht nach einer wirtschaftlichen Zukunft.
Gestatung: Kilian Kirchgessner

Es ist ein doppelter Schlag für Tschechien: Auch schon vor Corona geriet das Geschäftsmodell des Landes ins Wanken. Das prophezeite Ende des Verbrennungsmotors dürfte Tschechien, das pro Kopf weitaus mehr Fahrzeuge baut als etwa Deutschland, hart treffen. Denn das 10 Millionen-Einwohner-Land verdankt seinen neu errungenen Wohlstand vor allem der Autoindustrie. Es hatte in den letzten Jahren die niedrigste Arbeitslosigkeit der ganzen EU, war der erfolgreichste Standort unter den östlichen EU-Ländern und hatte in Sachen Bruttosozialprodukt schon einige südeuropäische Volkswirtschaften überholt.

Die Corona-Pandemie könnte den Strukturwandel weg von der Autoherstellung deutlich beschleunigen - mit ungeahnten Auswirkungen. Aber es gibt nicht nur Corona-Verlierer. Manche Unternehmer und Wissenschafterinnen sehen die Chance, sich nun auf neue, zukunftsträchtige Wirtschaftszweige zu verlegen. Tschechien könnte sich jetzt von seinem Ruf emanzipieren, die "verlängerte Werkbank" ausländischer Investoren zu sein.

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