Juliette Greco

AP/LAURENT GILLIERON

Die einzigartige Juliette Gréco

Musik aus allen Richtungen mit Johann Kneihs. Ich bin, wie ich bin. In memoriam Juliette Gréco

Sie war vor allem eines: selbstbestimmt. Muse von Saint-Germain, Grande Dame des Chanson, Ikone in schwarz … Die Bezeichnungen reichen nicht aus, Juliette Gréco zu beschreiben, geschweige denn zu erklären.

Das Paris der Nachkriegszeit, in dem sie zunächst als Schauspielerin die Szene betritt, muss ein einzigartiger Ort gewesen sein. In den Cafés und Clubs (eines dieser Lokale, das Tabou, führt bald sie) begegnen einander Jean Cocteau, Albert Camus, Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre, Boris Vian, Jacques Prévert, Raymond Queneau… Sie alle kennen die Gréco - und viele beginnen, ihr Lieder auf den Leib zu schreiben, sobald ihr Talent offenbar wird.

Ab 1950 erobern Juliette Grécos Schallplatten ein weites Publikum. Was frappiert, ist nicht nur ihre Jugend - sie ist 23, sondern auch, wie viel Lebenserfahrung ihre dunkle, tiefe Stimme auszudrücken scheint. Und wohl nicht nur scheint: In Kindheit und Jugend hat sie bereits vieles durchgemacht, als die Eltern sie nach kriselnder Beziehung zur Großmutter geben. Und ist als Jugendliche erst recht auf sich gestellt, als ihre in der Résistance aktive Mutter und ihre Schwester ins KZ Ravensbrück gebracht werden.

Juliette Gréco hat keine eigenen Lieder gesungen - war also keine klassische Autorin-Komponistin-Interpretin. Ihrem Genie und ihrer Bedeutung tut das keinen Abbruch. "In allem, was ich singe, bin ich irgendwo. Die Worte sind für mich sehr wichtig - ich kann keine in den Mund nehmen, die mir nicht gefallen. Die Dichter und Musiker brauchen jemand, der sie interpretiert. Manchmal finden wir, die Interpreten, etwas, das sie selbst nicht verstanden haben…"

So wurde Juliette Gréco zur Stimme von Autoren und Komponisten, die in ihr eine "Versteherin" zu finden schienen. An die Aura ihrer frühen Aufnahmen können die späteren vielleicht nur teilweise anknüpfen - ganz im Gegensatz zu ihren Auftritten. So wurde auch ihr Konzert in der Wiener Staatsoper vor zehn Jahren zu einem packenden Ereignis.

Die "Spielräume" würdigen die Interpretin, Feministin avant la lettre (und à la française) und einzigartige Verkörperung des französischen Chansons in einigen ihrer bleibenden Aufnahmen.

Sendereihe

Gestaltung

Playlist

Komponist/Komponistin: Joseph Kosma/1905 - 1969
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Raymond Queneau/1903 - 1976
Album: JULIETTE GRECO
Titel: Si tu t'imagines
Solist/Solistin: Juliette Greco /Gesang m.Begl.
Orchester: Alain Goraguer
Orchester: Orchester
Länge: 02:42 min
Label: Polygram 8309552

Komponist/Komponistin: Joseph Kosma
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Robert Desnos
Album: Jolie Môme
Titel: La fourmi
Ausführende: Juliette Gréco
Länge: 01:00 min
Label: Les disques Meys MEY 5 528.538

Komponist/Komponistin: Jacques Brel
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Jacques Brel
Album: Le siècle d'or
Titel: Ca va (Le Ciable)
Ausführende: Juliette Gréco, Gesang m. Begl.
Länge: 02:44 min
Label: Le Chant du Monde 2009

Komponist/Komponistin: Joseph Kosma
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Jacques Prévert
Album: Le siècle d'or
Titel: Je suis comme je suis
Ausführende: Juliette Gréco, Gesang m. Begl.
Länge: 02:58 min
Label: Le Chant du Monde 2009

Komponist/Komponistin: Joseph Kosma
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Henri Bassis
Album: Le siècle d'or
Titel: Romance
Ausführende: Juliette Gréco, Gesang m. Begl.
Länge: 02:57 min
Label: Le Chant du Monde 2009

Komponist/Komponistin: Orly Chap
Komponist/Komponistin: Gerard Jouannest
Album: JE ME SOUVIENS DE TOUT
Titel: Je me souviens de tout
Solist/Solistin: Juliette Greco /Gesang m.Begl.
Länge: 02:59 min
Label: Universal/Polydor 5316258

Komponist/Komponistin: René-Louis Laforgue
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: René-Louis Laforgue
Album: Le siècle d'or
Titel: La Fête est là
Ausführende: Juliette Gréco, Gesang m. Begl.
Länge: 02:08 min
Label: Le Chant du Monde 2009

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