Dachziegel des Restaurants

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Die Geschichte der echten China-Küche in Österreich

Chrysanthemenfisch, Drachenbällchen, Gung Bao Huhn & Co. Wie sich von der Wiener Donaustadt aus authentische Chinaküche etablierte

Bis zur Jahrtausendwende dominierten in Österreich Chinarestaurants, die wenig inspiriert waren. Beim Chinesen ums Eck gab es vermeintlich exotische Speisen, die in erster Linie auf den europäischen Gaumen ausgerichtet waren. Heute werden Liebhaber der chinesischen Küche in der Chinatown rund um den Wiener Naschmarkt mit authentischem Essen belohnt. Man bietet die mild würzige Küche aus Shanghai und Hongkong an, Teigtaschenkultur aus Kanton und die Küche aus Peking, die die Kulinarik des ganzen Landes widerspiegelt. Dominant ist jedoch die pikant scharfe Kochrichtung der Provinz Sichuan - und die kann sich international sehen lassen, sagen Gourmets.

Quelle dieses Sichuan-Trends ist das Restaurant Sichuan im Donaupark. Die Volksrepublik China hat es 1989 gegründet, um die Diplomaten der nahen UNO City mit echter chinesischer Küche zu verwöhnen. Die Meisterköche kamen aus Kochschulen Sichuans - auch später, als das Restaurant von einer Dolmetscherin übernommen wurde. Nach und nach machten sich die Köche selbständig. Meisterkoch Fa Jun Zhang vom Restaurant China Kitchen etwa verwöhnt seine Gäste mit würzigen Dan Dan Nudeln, mit Schweinefleisch in Gärmehlsauce, mit trocken geschmortem Wolfsbarsch und mit Innereien. Meister Xiao aus dem gleichnamigen Restaurant zaubert Mapo Tofu aus dem Wok, Tintenfisch in Ingwersauce und würzt mit Chili Öl, das er selbst zubereitet. Seit kurzem gibt es ein Projekt, das jährlich dreißig Köchen aus dem Reich der Mitte erlaubt, drei Jahre lang in österreichischen Chinarestaurants zu arbeiten.

Gestaltung: Ernst Weber

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