Kreuzfahrtschiff Qeen Elizabeth 2 am Kai

APA/AFP/ADRIAN DENNIS

Diagonal

Diagonal zum Thema: Transatlantik

Diagonal zum Thema: Transatlantik - oder: über das Verhältnis USA und Europa.

Eine Verlust- vielleicht sogar Vermisstenanzeige: Als abgängig gilt jenes Amerika, das während des 20. Jahrhunderts Generationen von (nicht nur) Europäern und Europäerinnen in ästhetischen und gesellschaftlichen Fragen Orientierung bot. In Kunst wie Gesellschaft; in Politik, Literatur, Malerei, Musik und Populärkultur. Doch damit scheint nun Schluss zu sein, was erstaunlich wenig mit dem sogenannten Trumpismus zu tun hat. Der US-Präsident scheint lediglich ein Katalysator zu sein, der die Fratze zur Kenntlichkeit verzerrte. Vielleicht war die Generation der technologisch interessierten Späthippies, aus deren Garagen heraus sich Silicon Valley entwickelte sowohl Wurzel wie Sargnagel. Amazon bis Google machten deutlich, dass es, hinter welcher Maske oder Fratze auch immer, ausschließlich um Gewinnmaximierung geht. So heftig, dass selbst amerikanische Magnaten früherer Jahrzehnte blass werden mochten. Die Idole vieler Generationen, von Jackson Pollock zu Miles Davis, waren damit "perdu", verloren. Aus der transatlantischen Fernbeziehungsliebe war die Beobachtung eines desaströsen Kontinentaldrifts geworden. Eine Bewegung voneinander weg, statt zueinander hin.

Ein politisch nüchterner und konservativerer Blick: "Nicht nur haben die USA in Europa und Asien entscheidend gesiegt, sie haben in bewunderungswürdiger Weise ihre guten Ziele und Methoden in Politik, Kultur und Wirtschaft vermittelt. Japan und Deutschland haben von der Philosophie des Marshall-Plans und von der Nicht-Wiederholung des Versailler Vertrages in umfassender Weise profitiert. Die Gestaltung der internationalen Institutionen trägt die amerikanische Handschrift." Spätestens mit diesen Zeilen des deutschen Zeithistorikers und Publizisten Hans-Peter Schwarz aus dem Jahr 2006 holt uns die Trump-Zeit wieder ein. Aber tatsächlich: Nie waren die USA so sehr Vorbild und Gestalter der Welt wie am und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Doch diese Vorbild-, man könnte auch sagen "Leitkultur"-Funktion - für nahezu den gesamten Westen - ist eben schon seit geraumer Zeit brüchig geworden, wenn nicht sogar an ihr Ende gekommen.

Transatlantisch bedeutete ursprünglich "jenseits des Atlantiks", oder "überseeisch", im Sinne des Verhältnisses von Europa und Afrika einerseits zu Nord- und Südamerika andererseits. Bald jedoch war mit "transatlantisch" nur mehr das Verhältnis zwischen Europa und den USA gemeint. Mit den US-Präsidentschaftswahlen am 3. November ist das gemeinsame Verhältnis - so scheint es - endgültig an einem Scheideweg angekommen. Wie wird sich Europa nach diesen Wahlen entwickeln, welche Wege gehen? Selbstbewusster, eigenständiger agieren? In Fragen der Sicherheit, Stichwort NATO; in Fragen der Kommunikation, Stichwort europäisches Internet; in Fragen der Wirtschaft, in Fragen der Kultur?

Mit Beiträgen von Michael Freund, Monika Halkort, Renata Schmidtkunz, Marie-Therese Sekwenz, Roman Tschiedl, Peter Waldenberger und Christoph Winder.

Präsentation: Christian Scheib

Service

David Silverman, "This Land Is Their Land: The Wampanoag Indians, Plymouth Colony, and the Troubled History of Thanksgiving", Bloomsbury

Nathaniel Philbrick, "Mayflower. Aufbruch in die neue Welt." Aus dem Amerikanischen von Norbert Juraschitz, Blessing Verlag

Tom Johnson, "The Voice of New Music, New York City 1972 - 1982", A collection of articles originally published in The Village Voice, Verlag: Het Apollohuis Eindhoven, 1989

"Amerikanische Musik. Seit Charles Ives." Herausgegeben von Hermann Danuser, Dietrich Kämper und Paul Terse. Mit 12 Quellentexten amerikanischer Komponisten, 17 Interpretationen, 31 Abbildungen und 51 Komponistenmonographien, Laaber-Verlag, 1987

Heiko Beyer und Martin Krauß (Hrsg.), "Amerika Europa. Transatlantizismus als Erkenntnisstrategie.", Festschrift für Andrei S. Markovits zum 70. Geburtstag, Verbrecher Verlag

Nancy Isenberg, "White Trash. The 400-Year Untold History of Class in America", Viking, 2016

Michiko Kakutani, "Der Tod der Wahrheit: Gedanken zur Kultur der Lüge", Dt. Übersetzung: Sebastian Vogel; 198 Seiten, 20 €, Klett-Cotta 2018

Daniel Levitin, "Weaponized Lies: How to Think Critically in the Post-Truth Era", 320 Seiten, 20 USD, Dutton 2017

George Orwells "1984" ist in Englisch und Deutsch in zahllosen Ausgaben erhältlich.
Für Jänner 2021 kündigt der Manesse Verlag eine Neuübersetzung von Gisbert Haefs an

Mayflower 400 - Mayflower 2020 Anniversary

The Mayflower Society

This Land is my Land

Susanne Brandstätter

Flimmit - This Land is my Land

Sendereihe

Playlist

Komponist/Komponistin: Laurie Anderson
Album: BIG SCIENCE
Solist/Solistin: Laurie Anderson /gesprochen m.Begl.
Länge: 02:30 min
Label: WB 257002

Komponist/Komponistin: John Cage
Gesamttitel: Wien Modern GKHS 20121109 D1688/1-3 / WMOD121109-3
Titel: (D1688/3) Quartets I-VIII for an orchestra of 93 instruments
* Quartet I (00:10:45)
Orchester: ORF Radio Symphonieorchester Wien
Leitung: Cornelius Meister
Länge: 10:45 min
Label: C.F.Peters / LM

Komponist/Komponistin: Burt Bacharach/geb.1928
Album: JOHANNES FEHRING / BANDS & FRIENDS 1960 - 1980
Titel: A tribute to B.B. (Burt Bacharach)/instr./live
Leitung: Johannes Fehring
Ausführende: ORF Big Band
Solist/Solistin: Erich Kleinschuster /Posaune
Solist/Solistin: Art Farmer /Trompete
Solist/Solistin: Jimmy Woode /Bass
Solist/Solistin: Toni Stricker /Violine
Solist/Solistin: Hans Salomon /Saxophon
Solist/Solistin: Erich Bachträgl /Drums
Länge: 01:53 min
Label: PRIVATSAMPLER - NICHT BESTELLB

Komponist/Komponistin: Robert Ashley
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Robert Ashley
Gesamttitel: Improvement (Don Leaves Linda)
Titel: The Letter
Ausführende: Ashley Ensemble
Länge: 03:48 min
Label: Lovely Music, New York

Komponist/Komponistin: Fred McDowell
Gesamttitel: STICKY FINGERS
Titel: You Gotta Move
Ausführende: The Rolling Stones
Länge: 02:33 min
Label: CBS 450195 2

Komponist/Komponistin: Jimi Hendrix/1942 - 1970
Album: THE JIMI HENDRIX EXPERIENCE - CD 3
Titel: Voodoo Child (slight return)/live
Ausführende: Jimi Hendrix Experience /Instrumental
Solist/Solistin: Jimi Hendrix /Gesang, Gitarre m.Begl.
Ausführender/Ausführende: Noel Redding /Bass
Ausführender/Ausführende: Mitch Mitchell /Drums
Länge: 03:30 min
Label: Sony Music 88697628432 (4 CD)

Komponist/Komponistin: Aaron Lebedeff/1873-1960
Album: KOSHER NOSTRA: JEWISH GANGSTERS GREATEST HITS (KOMPILIERT UND PRODUZIERT VON OZ ALMOG & SHANTEL)
Titel: What can you mach? - S'is America
Solist/Solistin: Aaron Lebedeff /Gesang m.Begl.
Orchester: Alexander Olshanetzky Orchestra
Länge: 03:19 min
Label: Essay Recordings/Indigo AYCD13

Komponist/Komponistin: George Gershwin/1898 - 1937
Album: LES MUSIQUES DE MATISSE & PICASSO / CD 2 : Historische Aufnahmen
Titel: Rhapsody in blue - für Klavier und Orchester
Untertitel: GEORGE GERSHWIN
Solist/Solistin: George Gershwin /Klavier
Ausführender/Ausführende: George Gershwin /Piano
Orchester: Paul Whiteman Orchestra
Ausführender/Ausführende: Paul Whiteman
Länge: 04:30 min
Label: naive V 4942 ( CD 2 von 2 CDs

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