Ausschnitt des Buchumschlags

VERLAG KLETT-COTTA

Radiogeschichten

"Get on up, Carole"

Schwerpunkt "Weiblichkeit im 21. Jahrhundert".
„Mädchen, Frau etc.“ von Bernardine Evaristo. Aus dem Englischen von Tanja Handels. Es liest Alina Fritsch

Ihre Schule war dafür bekannt, Teenagermütter und frühreife Berufsverbrecher hervorzubringen. Nicht Oxford-Absolventinnen wie sie, Carole Williams. Heute arbeitet Carole in einem Glaspalast in der Londoner City, sie beherrscht den Finanzzauber, genauso die Codes und Regeln der Upperclass. Als Kind einer nigerianischen Putzfrau ist sie das Aushängeschild des Aufstiegs, vorbei an mehreren Klassenschranken. Zumindest scheint es so.

Die britisch-nigerianische Schriftstellerin Bernardine Evaristo versammelt in ihrem Roman "Mädchen Frau etc." zwölf Lebensgeschichten. Sie verbinden sich zu einem Chor mehrheitlich schwarzer, weiblicher Stimmen, der die britische Gesellschaft und ihre Spielformen der Aus- und Abgrenzung abbildet und dabei eine Vielzahl privater, oft verbundener Schicksale erzählt.

1959 als viertes von acht Kindern geboren, gründete Evaristo in den Achtzigern die erste weibliche schwarze Theatercompany Großbritanniens mit. Sie schreibt Romane, Essays, Lyrik und Stücke für Bühne und Radio und setzt sich seit Jahren für die Inklusion und Wiederentdeckung schwarzer Künstler/innen und Schriftsteller/innen ein. Evaristo unterrichtet Kreatives Schreiben an der Brunel University London und ist stellvertretende Vorsitzende der Royal Society of Literature.

2019 wurde Bernardine Evaristo für "Mädchen, Frau etc." - ex aequo mit Margaret Atwood - mit dem Booker Prize ausgezeichnet. Sie ist die erste schwarze Preisträgerin. Sie hoffe, dass sie nicht lange die einzige bleibe, sagte sie bei der Verleihung.

Gestaltung: Antonia Löffler

Service

Bernardine Evaristo: Mädchen, Frau etc. Aus dem Englischen von Tanja Handels. Tropen Verlag 2021

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  • Antonia Löffler

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