Michael Dangl

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Radiogeschichten

In den "Sog des Südens" geraten

„Orangen für Dostojewskij“ von Michael Dangl. Es liest der Autor

Der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski und der italienische Komponist Gioachino Rossini waren Zeitgenossen. Soviel man weiß, haben sich die beiden höchst unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten nie getroffen. In Michael Dangls Roman "Orangen für Dostojewskij" ist das hingegen der Fall - und mehr noch; die Begegnung beeinflusst das künstlerische Schaffen der beiden Ausnahmekünstler nachhaltig.

Als Dostojewski im Sommer 1862 zum ersten Mal Venedig besucht, ist das die Erfüllung eines Kindheitstraums. Er ist bereits 40, im Westen unbekannt und in einer beruflichen wie privaten Krise. Die Schönheit und Lebendigkeit Venedigs erreichen ihn zunächst nicht, bis er in einem Lokal zufällig auf Rossini trifft. Dostojewski, der sich dem Tod näher fühlt als dem Leben, ist vom 70-jährigen Rossini fasziniert. Der barocke Genussmensch, Inbegriff mediterraner Leichtigkeit und Allegria, beeindruckt ihn mit Lebensfreude und gibt dem grüblerischen, schwermütigen Asketen wesentliche Denkanstöße. Dennoch wird der Dichter seiner künstlerischen Weltanschauung treu bleiben.

"Ich habe Venedig noch mehr geliebt als Russland", findet sich in privaten Notizen Dostojewskijs. Keine Aufzeichnungen sind hingegen von jenem Venedig-Aufenthalt überliefert, den Michael Dangl zum Hintergrund dreier unvergesslicher Tage macht.

Michael Dangl wurde 1968 in Salzburg geboren. Er arbeitet als Schauspieler am Theater in der Josefstadt und am Staatstheater am Gärtnerplatz in München. Er ist auch in Film und Fernsehen präsent und hat bereits einige Bücher veröffentlicht, darunter den Bestseller "Grado - abseits der Pfade". Zudem schreibt er Theaterstücke und Drehbücher und ist auch ein gefragter Interpret für Lesungen und Radioaufnahmen.

Gestaltung: Karin Buttenhauser, Landesstudio Salzburg
Redaktion: Nicole Dietrich

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"Orangen für Dostojewskji" von Michael Dangl. Braumüller Verlag, 2021

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