James Baldwin

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Radiogeschichten

Drogen, Rassismus und Jazz

Sondersendung - Der Ö1-Jazztag
James Baldwin: "Sonny's Blues", Erzählung

"Wir werden etwas schaffen, das sie uns nicht stehlen können, weil sie es nicht spielen können", sagte der afroamerikanische Pianist Thelonious Monk über Bebop, jene Musikrichtung im Jazz, die Anfang der 1940er Jahre entstand und den Swing als dominierenden Stil ablöste.

Bebop, das war keine Tanz- und Unterhaltungsmusik, Bebop, das war konzertante Musik. Neben Thelonious Monk und dem Trompeter Dizzy Gillespie gehörte der Saxophonist Charlie "Bird" Parker zu den Wegbereitern des Bebop. Parker, der als Interpret und als Komponist zu den einflussreichsten Jazzmusikern der Geschichte zählt, war von Jugend an heroinabhängig. Er starb im März 1955 mit 34 Jahren. Parkers Lebensgeschichte bildet die Folie dieser Erzählung von James Baldwin.

"Sonny's Blues" spielt in den 1950er Jahren in New York und erzählt vom Weg eines jungen Schwarzen aus Harlem, der als Jugendlicher drogensüchtig wird, zum Jazzmusiker. Mit "Ich finde, dass man tun muss, was man will, wozu ist man sonst auf der Welt?" begründet er seinem älteren Bruder gegenüber seine Entscheidung für Jazz und für die neue Richtung Bebop - für Musik, die von Menschen gemacht wird, die seit Generationen unterdrückt, ausgebeutet und versklavt wurden und werden, und die frei und individuell ist. Eine Musik, die, wie Thelonious Monk es formulierte, "sie uns nicht stehlen können, weil sie sie nicht spielen können".

Es liest Burgschauspieler Falk Rockstroh.

Service

"Sonny's Blues" von James Baldwin, aus dem Amerikanischen übersetzt von Gisela Stege. Erschienen bei dtv.
"Sonny's Blues" als Schulausgabe im englischen Original mit Begriffserklärungen ist bei Klett erhältlich.

Sendereihe

Gestaltung

  • Kurt Reissnegger

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