Friedericke Mayröcker

APA/HANS KLAUS TECHT

Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

In memoriam Friederike Mayröcker

"Fritzi und ihre Fans". Hommage an die große österreichische Dichterin Friederike Mayröcker.

Tagelang feilte Friederike Mayröcker an dem Gedicht "auf den Kopf des Klassikers", das dem legendären Literaturwissenschafter Hans Mayer gewidmet ist. Als es endlich fertig war, entstand aus der Stimmung eines Augenblicks ihr "Poem auf den Änderungsschneider Aslan Gültekin", der gleich um die Ecke wohnt. Ein "Sekundengedicht", von dem es viele gibt.

Das ist die Dichterin, wie sie leibt und schreibt, meint ihre Vertraute Christel Fallenstein, die tagtäglich Mayröckers Texte abtippte, kommentierte und sammelte. Gedichte, poetische Prosa und Hörspiele, in denen der Reichtum der Welt enthalten ist. Sinneseindrücke, Einfälle, Geistesblitze, Stimmungen, Hörerlebnisse, Alltagsspuren und immer wieder die vollständigen oder abgekürzten Namen jener Menschen, die ihr wichtig sind.

Freunde und Begleiter aus den Zeiten, als Ernst Jandl noch am Leben war, aber auch solche, die sie nach seinem Tod gefunden hat. "Im Ton einer entzückenden Leier" (Jörg Drews) fand alles seinen Platz im Kosmos der Dichterin: der Wirt, bei dem sie täglich einkehrte genauso, wie die befreundete Künstlerin, der geschätzte Schriftstellerkollege, die begabte Jungschriftstellerin und der Hausarzt.

Eva Schobel hat mit den Kontaktpersonen der Autorin gesprochen und nach ihren Lieblingstexten gefragt, Friederike Mayröcker hat diese Texte gelesen. "Schamanisierende Suada" nannte Bodo Hell ihren Vortrag, in die der Hörer mit "Mit Haut und Haar, Aug und Ohr, Hand und Fuß, Kopf und Kragen" hineingezogen wird.

Gestaltung: Eva Schobel

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  • Eva Schobel

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