Hamburger Hafen, 1931

AP

Betrifft: Geschichte

Tore zur Welt

Hafenstädte als Kreuzungspunkte von Menschen und Warenströmen
mit: Martin Scheutz, Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien
Gestaltung: Rosemarie Burgstaller

Hafenstädte galten der Bevölkerung im Mittelalter und der Neuzeit als Orte, wo "Schiffe sicher- ein und auslaufen" konnten. Es gibt verschiedene Typen von Hafenstädten: Fischereihäfen sind anders organisiert als Kriegs-, Handels-, Fähr- oder etwa Freizeithäfen. Im Regelfall bildete der Handel über Schiffe in diesen Städten aber einen wichtigen wirtschaftlichen Bereich, eigene Lagerflächen und Berufsgruppen entwickelten sich dort. Nicht nur für den Austausch und die Zirkulation von Waren stehen die Hafenstädte, sondern sie fungierten auch als Ein- und Ausfallstore des Personen-, Tier- und Ideenverkehrs.

Hafenstädte stehen in der Geschichte aber auch für Emotionen. Freiwillige und unfreiwillige Migranten verließen und betraten Länder über die Auswandererhallen der Hafenstädte, viele Hafenstädte verstanden sich als kosmopolitisch, dennoch waren Konflikte zwischen verschiedenen Ethnien häufig. Hoffnungen und Enttäuschungen, Angst und Erwartung, Gewinn und Verlust von Geld waren kulturell mit diesen Orten verbunden. Die sesshafte Hafengesellschaft mit ihrer speziellen Ausrichtung auf Dienstleistungsgewerbe traf im Hafen auf die Gruppe von Matrosen, die ständig dem Risiko des Meeres ausgesetzt war. Personen- und Warenlisten und Register wurden in Hafenstädten angelegt, Frachtpapiere übernommen, Verbote und Erlaubnisse der Einreise auf dieser Basis ausgesprochen.

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