Monument in Babyn Jar

AP/EFREM KUKATSKY

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Chassidische Geschichten

"Ein Stück trockenes Brot" und "Eine weiße Nacht" von Josef Burg. Aus dem Jiddischen von Beate Petras. Es liest Michael König. - Massaker von Babyn Jar jährt sich zum 80. Mal.

Josef Burg war der letzte jiddische Dichter in Czernowitz. Er schrieb chassidische Geschichten.

In der Erzählung "Ein Stück trockenes Brot" erinnert sich ein Mann an den September 1941, an den Massenmord durch die Nazis an über 30.000 Juden in Babi Jar. Er war einer von jenen, die erschossen werden sollten.

In der zweiten Geschichte lässt die Helligkeit der Weißen Nächte den Erzähler nicht schlafen. Vom Fenster aus beobachtet er ein Liebespaar und sieht seine Schwester vor sich - damals in jungen Jahren.

Josef Burg wurde am 30. Mai 1912 als Österreicher im Karpatenstädtchen Wischnitz (Bukowina) geboren. Schule und Lehrerseminar besuchte er in Czernowitz.

1934 erschien seine erste Erzählung in der jiddischen Zeitschrift "tschernowizer bleter". Von 1935 bis 1938 studierte er Germanistik in Wien. 1941 musste er in die Sowjetunion flüchten. 1959 kehrte er ins mittlerweile ukrainische Czernowitz zurück, wurde Lehrer und Schrifsteller. Ab 1990 gab er eine jiddische Monatszeitschrift unter dem Namen der 1938 zwangseingestellten "tschernowizer bleter" heraus. Josef Burg starb am 10. August 2009.

Zu seinem 80. Geburtstag wurde in Czernowitz eine Festschrift zu seinen Ehren veröffentlicht. 1992 erhielt er den israelischen Segal-Preis für Literatur, 1993 wurde ihm der Ehrentitel "Verdienter Kulturschaffender der Ukraine", 1997 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse verliehen. Im Mai 2009 wurde ihm der Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil zuerkannt.

Burgs Werke erscheinen seit 2004 in der Reihe "Der Erzähler Josef Burg" im Verlag Hans Boldt, Winsen an der Luhe, Deutschland.

Gestaltung: Edith Vukan
Präsentation: Julia Zarbach

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