Mann sperrt eine Türe in einem Gefängnis auf

APA/DPA/SEBASTIAN WILLNOW

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Der raue Ton im Häfn

Der raue Ton im Häfn
Gewalt im Gefängnis
Von Lukas Tremetsberger

Beleidigungen, aggressives Anschreien, Tritte, Vergewaltigung - viele Inhaftierte in österreichischen Gefängnissen erleben psychische, körperliche und sexuelle Gewalt. 72 Prozent aller Häftlinge berichten von Gewalt, wie eine Studie der Universität Innsbruck zeigt. Vier von zehn Häftlingen erfahren körperliche Gewalt, jede bzw. jeder Zehnte sexualisierte Gewalt. Jugendliche und Personen im Maßnahmenvollzug sind besonders gefährdet. Die chronische Überbelegung und die zum Teil veralteten Haftanstalten in Österreich erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Gefangene Gewalt erleben.

2019 kamen auf 100 Haftplätze im Schnitt 106 Inhaftierte. Fehlende Beschäftigung, wenige Arbeitsstunden pro Tag und lange Einschlusszeiten verschlechtern das Anstaltsklima. Die Hälfte der in der Studie befragten Insassen berichtet auch von psychischer Gewalt, die vom Gefängnispersonal ausgeht, ein kleinerer Teil auch von körperlicher Gewalt. Welche Folgen hat die Gewalt für die Häftlinge im Gefängnis und nach der Entlassung? Welche Konzepte gibt es, um Gewalt im Gefängnis zu vermeiden? Und inwiefern profitiert die Gesellschaft von gewaltfreien Gefängnissen?

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