Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte

Die Überschreitung des Ich

"Der namenlose König". Von Dieter Sperl. Es liest: Markus Meyer. Gestaltung: Kerstin Schütze. Redaktion: Edith-Ulla Gasser.

Was machen die Rock-Legende Jim Morrison von den Doors, der indische Guru Bhagwan Shree Rajneesh, die Piratenkönigin Anne Providence oder der österreichische Skandalautor Thomas Bernhard in einer Turnhalle des Gymnasiums einer österreichischen Provinzstadt? Sie befinden sich im Kopf eines Künstlers, der in seine ehemalige Schule eingebrochen ist, um dort mit seinen Lebensbegleitern den 50. Geburtstag zu feiern. Auch seine erste Liebe ist eine dieser Begleiterinnen, ebenso der exzentrische Tennisrüpel John McEnroe, die Yoruba-Priesterin Mama Adouke oder der ehemalige Schirennläufer Manfred Brunner.

Der bis jetzt unveröffentlichte Text "Der namenlose König", aus dem wir Ausschnitte hören, ist ein mäandernder Monolog über das Wesentliche im Leben wie in der Kunst. Hier treibt ein Künstler sein Leben auf die Spitze. Es ist jener Moment, in welchem sich der Wunsch offenbart, das Ich zu überschreiten. Der Mensch bleibt stehen, um danach den Sprung durch alle Bedeutungen hindurch zu wagen.

Dieter sperl wurde 1966 in Kärnten geboren. Er schreibt Romane, literarische Essays und Hörspiele und lebt in Wien unter anderem als Herausgeber des Literaturfolders "flugschrift". Für musikalische Hörstücke und Musikvideos arbeitet Dieter Sperl mit Komponistinnen und Komponisten wie Caroline Profanter oder Berhard Lang zusammen.

Service

Dieter Sperl, "Der namenlose König", Manuskript, 2021

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