Malerei einer Pflanze und eines Schambereichs.

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Der Ö1 Essay von Robert Pfaller

Der Ö1-Essay
"Zwei Enthüllungen über die Scham" von Robert Pfaller. Gestaltung: Peter Zimmermann
Es liest Robert Reinagl

Soeben ist ein neues Buch des österreichischen Philosophen Robert Pfaller erschienen, Titel: "Zwei Enthüllungen über die Scham". Vor allem im linken Diskursfeld ist das Thema Scham beziehungsweise Shaming seit einigen Jahren von zentraler Bedeutung.
Vor allem in den sozialen Medien wird sie eingefordert: wer Ressourcen verbraucht, wer weiterhin Fleisch konsumiert, wer sich Elemente anderer Kulturen aneignet, wer Identitätsdiskursen nicht bedingungslos folgen will oder kann, soll sich schämen. Früher wollte man mit Andersdenkenden diskutieren, meint Robert Pfaller, heute versucht man, sie nicht zu Wort kommen zu lassen. Das ist wie bei der Scham. Denn bei der Scham muss immer etwas weg: Jemand möchte im Boden versinken oder am liebsten tot sein.

In seinem neuen Buch untersucht Robert Pfaller die Hintergründe dieses Phänomens. Er widerlegt die beiden Hauptirrtümer über die Scham: erstens die These der Kulturanthropologen, dass in Schamkulturen Menschen ihr Verhalten an den Meinungen der anderen orientieren. Und zweitens die These der Psychoanalytiker, dass Menschen sich aus Minderwertigkeitsgefühlen schämen.
Beide Auffassungen werden im Buch widerlegt. Gleichzeitig entwickelt Robert Pfaller bessere Strategien, um den Schamdiskurs zu entideologisieren.

Service

Aus: Robert Pfaller: "Zwei Enthüllungen über die Scham", S. Fischer Verlag

Sendereihe

Gestaltung

  • Peter Zimmermann

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