Elfriede Gerstl

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Radiogeschichten

Nachdenken über Mode(n)

"Über Mode(n)". Texte von Elfriede Gerstl (90. Geburtstag am 16.6.). Es liest Gerti Drassl.

Die Wiener Dichterin Elfriede Gerstl, geboren am 16. Juni 1932, hat mit großer Leidenschaft Mode gesammelt und sie auch in Modenschauen und einer Festwochen-Installation präsentiert. In den 1990er-Jahren sind ihre Mode-Feuilletons erstmals in der Stadtzeitung "Falter" erschienen, später in dem Band "Unter einem Hut". Darin reflektiert sie "selbstironisch und mit Witz das Mode- und Konsumverhalten" der Gesellschaft, und zeigt historische Bedeutungsveränderungen auf.

Neben Essays verfasste Elfriede Gerstl Gedichte, Hörspiele, kurze Prosastücke und "Denkkrümel", wie sie selbst einige ihrer Texte nannte. Sie stammte aus einer jüdischen Zahnarztfamilie und überlebte die Verfolgung durch die Nationalsozialisten in Verstecken in Wien. Nach 1945 studierte Gerstl Medizin und Psychologie, dieses Studium brach sie ab. Als einzige Frau im Umkreis der Autoren der Wiener Gruppe und der frühen Aktionisten, die aus Wien vertrieben wurden, verbrachte sie die bewegten '60er-Jahre in Berlin und kehrte 1968 nach Wien zurück, wo sie sich konsequent außerhalb des Literaturbetriebs positionierte. 1999 erhielt sie für ihr Werk den Erich-Fried-Preis und den Georg Trakl-Preis, 2004 den Ben-Witter-Preis und 2007 den Heimrad-Bäcker-Preis. Elfriede Gerstl starb 2009.

Gestaltung: Stefanie Zussner

Service

Elfriede Gerstl, "Unter einem Hut. Essays und Gedichte", Deuticke, 1993

Elfriede Gerstl, "Behüte behütet", Werke 1982-1993 (Werke Band 2), herausgegeben und mit einem Nachwort von Christa Gürtler und Helga Mitterbauer, in Zusammenarbeit mit dem Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, Literaturverlag Droschl, 2013

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